Walter Hövel
Zeugnisse an der Grundschule Harmonie

 

 

 

Harry Brabeck, damals tätig beim Schulministerium in Düsseldorf, sagte einmal „Wir müssen die Bedeutung der Zeugnisse mindern“. Leider tat das weder sein Ministerium noch die „Öffentliche Meinung“.

 

 

 

Immer, wenn Diskussionen schwierig werden, gaben die Ministerien die Diskussion frei, also an die Schulen ab. Jahrelang war auch immer an unserer Schule, als wir noch Jahrgangsklassen hatten, ein drittes Schuljahr mit, das andere ohne Noten. Ich begriff, dass diese Diskussion keine schulische, sondern eine gesellschaftliche war. Diese prägt sich durch die mittel- und oberschichtige Machtstellung der Gymnasien. Sie verlangten einfach Zeugnisse und - Noten.

 

 

 

Die Note bekam ich weg. Schon sehr bald beschloss die Schulkonferenz in Harmonie die vollständige Abschaffung der Noten im schulischen Alltag. Das ging. Kinder lernten nicht mehr für die Schule, sondern für sich zu lernen. Das örtliche und andere Gymnasien schäumten, kamen aber rechtlich nicht gegen uns an. Es war ein Beschluss des höchsten Organs unserer Schule. Aber Richtlinien, Lehrpläne und Schulgesetze schrieben – mit benannten Ausnahmen Zeugnisse vor. Eine der wenigen Nachteile einer staatlichen Schule musste ich in Kauf nehmen.

 

 

 

Mir blieb nur der Weg der Milderung der Bedeutung der Zeugnisse als „Berichte über die Arbeit der Kinder“. Ich wollte unsere Transparenz erhöhen.

 

 

 

Zeugnisse gab es nie im Kindergarten. Die Versetzung zwischen der ersten und zweiten Klasse wurde bei der Einführung der Schuleingangsphase abgeschafft. Aber das Zeugnis blieb die Eintrittskarte, also juristische Versetzung in die nächst höhere Klasse. Wenn ich das Sitzenbleiben verhindern will, schaffe ich als zuständiges Landesministerium zuerst das Versetzungszeugnis ab!

 


Als die grüne Ministerin den Weg zu altersgemischten Klassen frei gab, hatten wir die Chance die Zeugnisse weiter abzuschaffen. Aber der Apfel war vielleicht vergiftet, weil schon Schule sellbst zum Lernen äußerst ungeeignet ist. Weniger zum Regieren!?

 

 

 

Wir rollten alles auf. Zwei Jahre lang formulierte eine Gruppe aus Eltern und Lehrer*innen neue Kriterienzeugnisse.

 

Die Kinder lehnten eine Überarbeitung der Selbsteinschätzungsbögen im Kinderparlament einstimmig ab. Ihre richtige Begründung lautete „Wir können uns einschätzen“.

 

 

 

Es gab einen Fragebogen. Es gab Versuchsdurchläufe. Es gab Beschlüsse in allen Klassen und allen Klassenräten.

 

 

 

Nun muss mensch wissen, dass die Harmonieschule nicht mit den Tricks einer Mehrheitsdemokratie arbeitete. Zeitlich direkt vor der Schulkonferenz im gleichen Raum tagten immer gemeinsam die offenen Konferenzen der Elternpflegschaften der Klassen und der Lehrer*nnenkonferenz. Kinder nahmen an diesen Sitzungen - trotz eines gültigen Geschlusses des Kinderparlaments - eigentlich nie teil.

 

 

 

Somit beschloss die Schulkonferenz bei einer Gegenstimme:

 

Die Kinder und Eltern entscheiden- jeder für sich, nicht in Klassen- oder ähnlichen Abstimmungen, welches Zeugnis sie haben wollen, das Kriterien- oder das ganzheitliche Kindbeschreibungszeugnis. Desweiteren zeigen sie an, ob sie Zeugnisse mit oder ohne Noten haben wollen. Sie können jedes Mal ein anderes dieser Zeugnisse gekommen. Beide Zeugnisse gab es nicht. Sie konnten sich auch mit einem Zeugnis ohne Noten in einer „weiterführenden“ Schule anmelden.

 

 

 

All diese Beschlüsse ignorierten Schulrätin und die neuen Schulleiter*innen in Harmonie oder veränderten sie wieder. Die alten Beschlüsse wurden aber ein paar Jahre lang akzeptiert, ge- und benutzt..

 

 

 

 

 

Fragebogen

 

Liebe Eltern der Grundschule Harmonie!

 

 

 

Im letzten Schuljahr hat die Schulkonferenz eine neue Form von Zeugnissen beschlossen. Zum Ende des Schuljahres kamen diese neuen Kriterienzeugnisse zum ersten Mal zum Einsatz. Wir bekamen von einigen Eltern sehr verschiedene Rückmeldungen, von Begeisterung bis hin zur Enttäuschung.

 

 

 

Die einen favorisierten die neuen Kriterienzeugnisse, andere die alten Textzeugnisse.

 

 

 

Wir, die Schulleitung, die Schulpflegschaftsvorsitzenden und das Kollegium, leiten nun zwei Dinge in die Wege. Zum ersten machen wir eine Meinungsumfrage bei allen Eltern. Zum zweiten soll sich die Schulkonferenz mit den Ergebnissen der Umfrage auseinandersetzen und an einem Beschluss arbeiten, der den Eltern möglicherweise die Wahl der Zeugnisart überlässt. Ganz am Schluss kam Folgendes durch Kinderenzbeschluss gabei heraus:

 

 

 

Daher bitten wir Sie einige Fragen anzukreuzen oder zu beantworten. Bitte geben Sie Ihrem Kind Ihren Fragebogen umgehend wieder mit zur Schule, damit wir die Ergebnisse auswerten können.

 

 

 

O Mein/unser Kind hat zum Ende des letzten Schuljahres das neue Zeugnis erhalten

 

 

 

O Mein/unser Kind hat bisher kein neues Kriterienzeugnis erhalten

 

 

 

O Wie ist es Ihrem Kind mit dem Zeugnis ergangen? _______________________________ _________________________________________________________

 

 

 

O Ich bin/ wir sind mit der neuen Form des Kriterienzeugnisses zufrieden

 

 

 

O Ich finde/ wir finden mein/ unser Kind im neuen Kriterienzeugnis wieder

 

 

 

O Ich/wir fühlte/n mich/uns durch das neue Kriterienzeugnis gut informiert

 

O Ich fand/wir fanden die alte Form des Textzeugnisses besser.

 

 

 

Unsere/meine Begründung:________________________________________________________________

 

 

 

O Was fehlt Ihnen in den neuen Zeugnissen________________________________________ ___________________________________________________________________________ _________________________________________________________

 

 

 

O Was bieten Ihnen die neuen Zeugnisse?_________________________________________ ___________________________________________________________________________

 

 

 

O Ich finde/ wir finden beide Formen in Ordnung

 

 

 

O Mir/ uns gefallen beide Formen nicht:___________________________________________ _______________________________________________________

 

 

 

O Ich würde gerne entscheiden, welche Form des Zeugnisses mein Kind bekommt"

 

 

 

O Ich/ wir würde/n mich/uns für die neue Form der Kriterienzeugnisse entscheiden

 

 

 

O Ich/ wir würde/n mich/uns für die alte Form der Textzeugnisse entscheiden

 

 

 

O Ich/ wir würde/n der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer die Entscheidung überlassen

 

 

 

O Ich/ wir würde/n meinem Kind die Entscheidung überlassen Weitere Bemerkungen: _______________________________________________________ ___________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

Auswertung der Befragung
zu den neuen und den alten Zeugnissen

 

Oktober 2011

 

bei 61 abgegebenen Fragebögen

 

 

 

 

 

54 Mein/unser Kind hat zum Ende des letzten Schuljahres das neue Zeugnis erhalten

 

 

 

6 Mein/unser Kind hat bisher kein neues Kriterienzeugnis erhalten

 

 

 

Wie ist es Ihrem Kind mit dem Zeugnis ergangen?

 

 

 

27 ohne Angaben

 

 

 

21 sehr gut bis ok:

 

14, davon 10 gut, + gut, verständlich Er kam gut damit zurecht und fragte nach, wo er gut ist und wo nicht Verstand das Zeugnis durch vorherige Selbsteinschätzung gut

 

gut, aber der Notenvergleich mit anderen (s.u.) 5 davon 1 Sehr gut + sehr gut durch Kombi Z und Gespräch sehr gut, die Selbsteinschätzung war viel schlechter sehr gut, da für unser Kind und uns die Leistungen klar ersichtlich waren sehr gut, aber er möchte das alte Z doch lieber(s.u.) okerst mal okay

 

 

 

10 mit Problemen

 

-Sehr gut, aber er möchte das alte Z doch lieber(s.o.) -Konnte gut sehen, w o es steht, aber die Textform gefiel ihm mit der Beschreibung besser -Ärger..., fand Textzeugnis besser

 

-Überfordert mit vielen Kriterien und Beurteilungen

 

-Fand das alte Zeugnis besser - Es fehlten wichtige Punkte, die man im Text einfach dazu schreiben konnte -Sie konnte mit vielen Punkten nichts anfangen, wir als Elternteile auch nicht -Erstklässler nicht verstanden, Zweitklässler teilweise, Viertklässler beim gemeinsamen Durchlesen - war uninteressant, schien der Bezug zu fehlen -Kind konnte Leistung noch nicht überblicken

 

 

 

5 mit Notenproblem

 

-War ihr eigentlich egal, sie hat sich leider nur für die Noten interessiert

 

-Konnte kaum etwas damit anfangen. Hat sich nur für die Noten interessiert

 

-Hat sich nur mit den Noten befasst und sich ansonsten nicht darin wiedergefunden

 

-Differenzierte nicht, wichtig waren die 1er, 2er und die 3, und wie das bei den Freundinnen war -gut, aber der Notenvergleich mit anderen(s.o.)

 

 

 

3 ambivalent

 

-Hat ihm nicht viel ausgemacht, sehr neutral

 

  • Kein Unterschied zum alten Zeugnis

  • -Keine Vergleichsmöglichkeit

 

 

 

37 Ich bin/ wir sind mit der neuen Form des Kriterienzeugnisses zufrieden

 

 

 

32 Ich finde/ wir finden mein/ unser Kind im neuen Kriterienzeugnis wieder

 

 

 

37 Ich/wir fühlte/n mich/uns durch das neue Kriterienzeugnis gut informiert

 

 

 

19 Ich fand/wir fanden die alte Form des Textzeugnisses besser.

 

 

 

Unsere/meine Begründung:

 

 

 

47 ohne Angaben

 

 

 

9 Persönliche Ansprache, Individualität

 

-Sehr persönliche Beschreibung eines Kindes

 

-Zum Schluss sollte eine persönliche Ansprache an das Kind stehen, in der z.B. Anregungen zur Verbesserung, Lob etc. enthält. Damit kann das Kind mehr anfangen als nur mit den Kreuzchen in den Balken

 

-Eltern erfahren von einem Zeugnis, was sie erfahren sollen, aber mein Kind soll vor allem seinen Leistungsstand erfahren und diesen auch auf sich beziehen können, das geht mit persönlicher Ansprache besser

 

-Kinder werden besser angesprochen

 

-Die alte Form war viel persönlicher, viel mehr aussagend. Ein Kind konnte detailliert und ausführlich beschrieben werden

 

-Das Textzeugnis ist persönlicher und genauer

 

-In der Textform entstand ein lebendiges und individuelles Bild des Kindes; sehr stimmig zum pädagogischen Ansatz der Schule. Das alte Zeugnis hat widergespiegelt, dass die Kinder so angenommen und wertgeschätzt werden wie sie sind

 

-Fehlen von individuellen Gesichtspunkten -persönlicher, weniger standardisiert; geht eher auf individuelle Besonderheiten des Kindes ein

 

 

 

6 Notennähe contra Individuum

 

-3mal: Es kann individueller formuliert werden, durch die Skala ist man gedanklich Richtung Noten unterwegs

 

-Die Kinder vergleichen mehr unter einander, empfinden die Skalierung belastender („ich bin schlecht“), da sie mehr visualisieren

 

-Das Kind wurde persönlicher angesprochen, nicht bewertet

 

-Das neue Zeugnis beurteilt und bewertet zu stark, dann kann man auch Noten geben. Das alte spricht die Kinder direkter und verständlicher an.

 

 

 

4 informativer

 

-Note und individueller Text = gute Information

 

-aussagekräftiger, ausführlicher, informativer

 

-Es gibt bei der neuen Form viel zu viele Detailpunkte, die z.T .nicht das „Tun“ bzw. Lernen eines Kindes widerspiegeln, da es z.B. gar kein Fach Musik gibt

 

-Zu viele Kriterien

 

 

 

Was fehlt Ihnen in den neuen Zeugnissen:

 

 

 

43 ohne Angaben

 

 

 

15 Blick auf das Kind, keine persönliche Ansprache

 

-Eine persönliche Bemerkung, da die vielen Detailpunkt ja auch nicht alles Handeln eines Kindes wiederspiegeln

 

-Text, der genaue Blick aufs Kind, die Möglichkeit des Zeugnisses wie in einem Brief dem Kind vorzulesen

 

-Inhalt und Tiefe -zusätzlich zu den Balken evtl. eine kurz Textpassage

 

-Informationen über besondere Dinge, Projekte an denen die Kinder gearbeitet haben

 

-die direkte persönliche wertschätzende Ansprache an das Kind; individuelle Leistungen/Entwicklungsschritte werden mit den „Standards“ nicht erfasst und damit wird man dem Kind nicht gerecht.

 

-Das Kindgerechte und die positive Ausdrucksform, die Konzentration auf die Stärken des Kindes

 

-Die persönliche Ansprache an das Kind

 

-Persönliche Entwicklung und Vermögen als Individuum und nicht „im Vergleich zu“

 

-In den neuen Zeugnissen fehlt jede Art von persönlichem Kontakt, keine Details, keine Möglichkeiten besondere Fähigkeiten zu erwähnen. Kein Kind passt in ein 0815-Formular

 

-konkrete Anmerkung, persönliche Ansprache

 

-Es ist unpersönlich, das Kind wird nicht angesprochen

 

-Zum Schluss sollte eine persönliche Ansprache an das Kind stehen, in der z.B. Anregungen zur Verbesserung, Lob etc. enthält. Damit kann das Kind mehr anfangen als nur mit den Kreuzchen in den Balken

 

-Individualität, persönliche Ansprache des Kindes

 

-die „persönliche Note“, die direkte Ansprache des Kindes

 

 

 

 

 

6 Größere Genauigkeit der Skalierung

 

-eine Notenskala, in der die Note einfacher zu erkennen ist

 

-Die nähere Begründung zur jeweiligen Einstufung, die Ausführlichkeit -Aufklärung: Welcher „Skalenwert“ ist noch ok, bzw. wo besteht Unterstützungsbedarf und wie geschieht dieser

 

-eine Skala, die die Zuordnung erleichtert oder mehr absolute Werte angibt -Manche Kriterien, die für die Erstklässler noch nicht zutreffen, sollten rausgenommen werden-?-Ein kurzer „Nachsatz“, z.B. „Klassenziel erreicht“ o.ä., weiter evtl. Hinweis auf Schwächen o. Nachhabe* (?) (*Bedarf in einzelnen Fächern. Ebenso Förderung sinnvoll o. besondere Stärken) Klare, detaillierte & strukturierte Übersicht zu allen Bereichen

 

 

 

Was bieten Ihnen die neuen Zeugnisse?

 

 

 

40 Überblick, Details und viele Informationen

 

-einen guten Überblick über die Vielseitigkeit

 

-detaillierter Überblick

 

-detaillierter Leistungsüberblick

 

-sie geben uns einen detaillierten Überblick über die Kompetenzen unserer Kinder

 

-einen guten Überblick in den einzelnen Lernbereichen, gut und übersichtlich lesbar, Transparenz der Noten durch sinnvolle Aufschlüsselung

 

-klarer Überblick über Stand der Leistungen, sehr umfangreiche Einschätzung

 

-3mal schneller Überblick

 

-schnellen Überblick

 

- schnelle Orientierung durch Skalen

 

-besseren Überblick

 

-klaren Überblick

 

-guten Überblick über Kenntnisstand

 

aber nur in Kombination mit Gespräch

 

-einen sehr klaren Überblick über die „Entwicklung“ meines Kindes, dargestellt durch den Entwicklungsstrahl

 

-klare Übersicht

 

-feingliedrige Übersicht und Vergleichbarkeit im Verlauf

 

-klare, detaillierte & strukturierte Übersicht zu allen Bereichen

 

-schnelle Information, Übersicht -genaue Übersicht

 

-guter Überblick, evtl. Vorschau, Antwort auf die Frage „Wo steht mein Kind?“

 

-sehr differenzierte und übersichtliche Darstellung der Fertigkeiten und Leistungen

 

-für mich als Elternteil ist es übersichtlicher als Textform

 

-Detail genauere Informationen, man kann Problemfelder besser eingrenzen

 

-klare Struktur

 

gute Verständlichkeit-einen detaillierten Überblick über den Stand aus Sicht der Lehrer

 

hätte ich mir dringend vorher gewünscht; z.B. in Zielvereinbarungs-gesprächen

 

-detaillierte Infos -schnelle Orientierung; Vergleichbarkeit über die Schuljahre erscheint gut möglich; es können sehr viele Details abgebildet werden

 

-detaillierter Lernstand etc., Eindeutigkeit, klare Struktur, Soll-Ist-Beschreibung, kein Kind kann in einem Bereich „durchrutschen“, es baut auf die Beobachtungen des Kindergartens auf

 

-detaillierte Informationen über den Wissensstand -ausführliche Informationen

 

-wir finden sie übersichtlicher, detaillierter und verständlicher -Übersichtlichkeit -genauere Einschätzung/Darstellung der Stärken und Schwächen -klare Struktur

 

aber doch sehr interpretierbar, erklärungsbedürftig -eine bessere Einschätzung der schulischen Leistungen

 

-viele Facetten eines Lern- bzw. Arbeitsbereichs werden aufgeführt -sehr objektiv „messbar“ -Vergleich mit der Alters und Klassennorm

 

-evt. Einblick z.B. in emotionale und soziale Bereiche aus Sicht der Lehrerin (nicht immer neutral!)

 

 

 

23 ohne Angaben

 

 

 

1 sehr eigene Meinung

 

-Nichts als Orientierungslosigkeit, da wir zu Beginn des Schuljahres nicht einmal einen Überblick an den zu lernenden Themen erhalten haben. Uns fehlte bzw. fehlt eine Art Lehrplan

 

 

 

26 Ich finde/ wir finden beide Formen in Ordnung

 

 

 

1 Mir/ uns gefallen beide Formen nicht-Notenzeugnisse sind klasse, auf der weiterführenden Schul gibt es auch nur diese Art

 

 

 

17 Ich würde gerne entscheiden, welche Form des Zeugnisses mein Kind bekommt

 

 

 

26 Ich/ wir würde/n mich/uns für die neue Form der Kriterienzeugnisse entscheiden

 

 

 

8 Ich/ wir würde/n mich/uns für die alte Form der Textzeugnisse entscheiden

 

 

 

14 Ich/wir würde/n der Klassenlehrerin oder dem -lehrer die Entscheidung überlassen

 

 

 

10 Ich/ wir würde/n meinem Kind die Entscheidung überlassen

 

 

 

Weitere Bemerkungen

 

-Ich wünsche mir einen kurzen Text über die persönliche Entwicklung im Halbjahr/Jahr als Teil der neuen Form

 

-Ich finde die neue Form sehr übersichtlich, würde mir aber einen Bereich für persönliche, individuelle Bemerkungen direkt an das Kind wünschen. So könnte es verständlicher die Beurteilung wahrnehmen -vielleicht lässt sich eine Möglichkeit finden, den Kriterienzeugnissen ein paar persönliche Worte mitzugeben

 

-Kriterien mit spezifischem Text wäre ideal (kurzer individueller Text, der das abdeckt, was in Kriterien nicht zu erkennen ist)

 

-Obwohl das Textzeugnis viel mehr Arbeit für die Lehrerin ist, hat jedes Kind ein sorgfältig überlegtes und ganz persönliches Zeugnis verdient. Bitte keine DIN-Norm

 

-Ich finde diese neue Zeugnisform ergänzt um das persönliche Gespräch ideal. M.E. erhält man so mehr Informationen als in der rein textlichen Form. Auch kann man aus meiner Sicht bei der neuen Form besser die Stärken und Schwächen erkennen und bei Bedarf dann gezielt angehen

 

-im Gespräch mit der Klassenlehrerin sind die Fragen bezüglich des Zeugnisses erklärt worden

 

- Mein Kind war von der neuen Form begeistert!

 

-Mein Kind hat sich für die neue Form ausgesprochen

 

-das neue Zeugnis ist genauer und die Kinder können sich auch selbst einschätzen und dann vergleichen mit dem, wie die Lehrerin sie einschätzt. Das alte Zeugnis hatte aber auch ausgereicht. Kurz und knapp

 

-Man schaut nur auf die rechte Seite ,Schriftgröße ist zu klein, Wofür stehen die Kreuzchen, Zeugnis sollte mit Elternsprechtag übergeben werden

 

-Balken mit den Kreuzchen müssten für die Kinder optisch besser hervorgehoben werden

 

-das neue Zeugnis ist zu ausführlich

 

etwas weniger detailliert fänden wir besser

 

-Wir kennen die alte Form nicht

 

-Eine Mischform aus beiden Zeugnissarten wäre ein Kompromiss, der jedes Kind auch als Individuum widerspiegeln würde. Und um die Eltern nicht so vor einen Berg an Beurteilungen stehen zu lassen

 

-Wir finden es gut, dass ab dem 2.Schuljahr es die Möglichkeit gibt, neben den Kriterien eine zusammenfassende Note pro Fach zu vergeben

 

-Wir hätten auch gerne „richtige“ Noten ab Klasse 2

 

-Die neuen Zeugnissform verleitet beim Lesen den Fokus auf Defizite/Schwächen zu legen so wie zu „Schubladendenken“. Beides halten wir für entwicklungshemmend. Ein weiterer Aspekt ist die „Außenwirkung“, insbesondere für die Bewerbung an weiterführende Schulen. Als interne Dokumentation und Gesprächsgrundlage für Eltern-Kind-Lehrer

 

-Gespräche schätzen wir die Entwicklungspfeile ähnlich wie die alten Selbsteinschätzungsbögen/Elterneinschätzungen sehr, im Sinne die

 

Entwicklung, das Lernen des Kindes zu begleiten, zu beobachten...wir haben uns mit den konkreten Kategorien zum Ankreuzen wohler gefühlt als mit den Entwicklungspfeilen -das Wichtigste wird im Zeugnis-gespräch dargelegt, daher ist die Zeugnisform irrelevant. Als Andenken an die Eltern ist ein Text natürlich hübsch

 

-Für mich ist entscheidend was und wie viel mein Kind während des Jahres gelernt, bzw. angeboten bekommen hat. Die Form des Zeugnisses ist dabei eher nebensächlich.

 

 

 

 

 

Ein Beispiel

 

ganzheitliches (altes) Zeugnis, Ende 1

 

 

 

Liebe/r …, du bist ein aufgewecktes, freundliches und wissbegieriges Kind. Du möchtest immer neue Dinge wissen, erforschen und können. So hast du eigenständig und im Austausch mit anderen Kindern und unserem Klassenkreis dein Lernen und deinen Lernweg in der Schule herausgefunden und entwickelt. Du weißt, was deine Interessen sind, was deine Neugierde und deine Wissbegierde weckt. Du entwickelst eigene Ideen und Motivation zum Forschen, Experimentieren oder zum Schreiben von Geschichten.

 

 

 

Immer mehr bekommst du mit, was du lernst und leistest. Du zeigst dich offen im Umgang mit deinen Mitmenschen. Schnell hast du in der Schule Kontakte geknüpft, neue Freunde und Arbeitspartner für dich gefunden. Dir ist es wichtig, dass Menschen nett und fürsorglich miteinander umgehen, dass es fair und gerecht zugeht, denn dann geht es auch dir gut und du kannst gut lernen. Prima! Was für ein erfolgreiches erstes Schuljahr.

 

 

 

Du gehst mit offenen Augen durch die Welt, erforschst deine Umgebung und deine Umwelt. Du beobachtest beispielsweise Käfer, Schnecken oder Raupen. Du möchtest herausfinden, wie sie sich bewegen, was sie fressen oder wie sie leben. Du experimentierst mit verschiedenen Materialien, stellst Tinte, Knete oder „Zauberpulver“ her.

 

 

 

Du hast gelernt, die Dinge genau zu beobachten und machst dir Gedanken über das was du siehst und erlebst. Du erzählst davon und fragst nach. Du schaust in Büchern nach, fertigst Zeichnungen an und machst dir Notizen über deine Beobachtungen. Du möchtest Erklärungen finden und Zusammenhänge verstehen. Das ist prima, so entwickelst du sachunterrichtliche Fähigkeiten und Fertigkeiten.

 

 

 

Du hast gelernt mit dem Thermometer umzugehen, Temperaturen zu messen, sie einzuordnen und auszuwerten.

 

 

 

Du hast schnell gelernt, wie das Schreiben mit dem Buchstabentor funktioniert, kanntest rasch alle Bilder und deren Laute. Sehr intensiv, konzentriert und mit Freude hast du viele, viele Wörter in dein Buch geschrieben und schon bald begonnen Sätze und Geschichten zu verfassen.

 

 

 

Du tauchst tief in deinen Schreibvorgang ein und lässt durch nichts ablenken. Du kannst alles was dir einfällt ausdrückenund aufschreiben. Du schreibst lautgetreu und überwiegend lautrein. Du verwendest die großen Druckbuchstaben. Du beginnst, Wortgrenzen zu erfassen und sie durch Lücken zwischen den Wörtern zu kennzeichnen. Lerne nun die kleinen Druckbuchstaben zu verwenden. Du kennst sie. Du hast Lesen gelernt und kannst alle Wörter oder Sätze selbstständig lesen und deren Bedeutung verstehen.

 

 

 

Im mathematischen Bereich hast du den Zahlenraum bis 20 erfasst. Du kannst die Zahlen lesen und schreiben, kannst sie vergleichen und ordnen. Du verfügst über eine sichere Mengenvorstellung und kannst Plus- und Minusaufgaben lösen. Dabei gehst du häufig noch zählend vor. In den letzten Wochen hast du dich daran gemacht Rechenwege und -strategien für dich herauszufinden und zu nutzen. Sehr spannend war es, mit dir die Zahlen im Hunderterraum aufzuschreiben. Du hast dir Gedanken gemacht, über die Zusammensetzung des Zahlwortes (z.B. zweiunddreißig) und über den Wortteil „und“ die Bedeutung und Unterscheidung der Einer und Zehner erfasst. Das hat mich sehr beeindruckt!

 

 

 

Du hast beim Hungertuchprojekt im Religionsunterricht das Erdbeben in Haiti gemalt.

 

 

 

In der Englischgruppe „picture books“ zeigtest du dich zunächst zurückhaltend. In den letzten Wochen bist du spürbar aktiver geworden. Du lässt dich von den englischen Bilderbüchern ansprechen und anregen. Du hast an der Herstellung des Buches „The little squares“ mitgearbeitet. Du behältst viele gelernte Vokabeln und Sätze, traust dich sie auszusprechen und zeigst ein gutes Gefühl für die englische Sprache.

 

 

 

Im Sportunterricht hast du Höhlen gebaut, in denen du mit anderen zusammen verschiedene Rollenspiele gespielt hast. Dabei hast du gelernt, dich im Dunkeln zurecht zu finden und dich in der Gruppe abzusprechen. Du hast gelernt, mit den Ringen hoch zu schwingen und alleine wieder anzuhalten. Gerne turnst du am Boden, machst Rollen, Purzelbäume und hast das Radschlagen gelernt. Du nimmst dir vor, den Handstand an der Wand zu üben.

 

 

 

Neues Zeugnis der Eingangsstufe, hier Übergang 2/3

 

 

 

Arbeits-und Sozialverhalten

 

 

 

lernt gerne (Hinter jeder, also auch den folgenden Bemerkungen, ist ein breiter Richtungspfeil nach rechts. Im Pfeil ist an verschiedenen Stellen ein kleines x, das den Stand der Entwicklung.aus der Sicht der Lehrer*in bei jedem Kind angibt).

 

findet sinnvolle Aufgaben

 

kann Arbeitsschritte selbstständig planen und umsetzen

 

kann Zeit sinnvoll einteilen

 

bringt eigene Ideen und Lösungsvorschläge ein

 

kann sich mit neuen Inhalten und Aufgabenstellungen auseinandersetzen

 

Methoden-, Kommunikations-und Kooperationskompetenzen

 

kann Lernhilfen annehmen

 

nutzt Wissen und Ideen anderer

 

geht mit Materialien und Lernräumen sorgfältig um

 

lernt über die Schule hinaus

 

kann eigene Standpunkte vertreten und Gefühle ausdrücken

 

achtet und respektiert andere

 

kann konstruktiv mit Konflikten umgehen

 

ist hilfsbereit und ist teamfähig

 

übernimmt Verantwortung

 

 

 

Deutsch

 

 

 

Sprechen und Zuhören

 

hält vereinbarte Gesprächsregeln ein

 

hört aktiv zu und kann gezielt nachfragen

 

kann erzählen und informieren

 

spricht klar und deutlich

 

verfügt über Wortschatz und vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten

 

 

 

Schreiben

 

schreibt gerne

 

schreibt flüssig in lesbarer Schrift

 

schreibt eigene Texte verständlich auf

 

wendet gelernte Rechtschreibregeln an ( Satzanfänge, Nomen, Satzschlusszeichen) •nutzt elektronische Hilfsmittel zum Schreiben

 

 

 

Lesen

 

-mit Texten und Medien umgehen

 

interessiert sich für Bücher

 

erschließt sich Texte

 

spricht über Leseeindrücke

 

kann Informationen aus Texten und Medien gewinnen

 

 

 

(Die Gesamtnote Deutsch bezieht sich auf die Leistungen im mündlichen und schriftlichen Sprachhandeln, im Umgang mit Texten und im Nachdenken über Sprache.)

 

 

 

Mathematik

 

 

 

Prozessbezogene Kompetenzen

 

kann Probleme mathematisch lösen

 

erklärt eigen e Rech enwege und Zusammenh än ge

 

Inhaltsbezogene Kompetenzen Zahlen und Operationen

 

orientiert sich im Zahlenraum bis 100, ordnet Zahlen und vergleicht sie unter Berücksichtigung der Stellenwertschreibweise

 

kann im Zahlenr aum bis 100 add ieren und subtrahier en

 

beherrscht die Kernauf gaben des kleinen Einmaleins

 

kann Zahlbeziehungen und Rechengesetze für vorteilhaftes Rechnen nutzen

 

hat die Aufgaben des 1+1 und 1-1 automatisiert

 

rechnet zügig und sich er im Kopf

 

 

 

Raum und Form

 

kann ebene Figur en und Körp er in der Umwelt entdecken und deren Eigenschaften benennen

 

kann geometrische Grundfertigkeiten ausführen (z.B. zeichnen, zerlegen, bauen, sp iegeln) Größen und M essen

 

hat Grundvorstellungen und Fertigkeiten in Größenbereichen (z.B. Geld, Zeit, Längen) Sachrechnen

 

findet bei Sachauf gaben selbstständig zu einer Lösung Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten

 

kann Tabellen, Kalender, Diagramme lesen und verwenden

 

 

 

 

 

Sachunterricht

 

stellt sinnvolle Fragen

 

kann sich Themen zu eigen mach en und daran arbeiten

 

findet und nutzt Informationsquellen

 

kann Sachverhalte und Er gebnisse beobachten und beschreiben

 

kennt und nutzt Materialien und Messgeräte

 

führt Versuche durch, beschreibt sie und wertet sie aus

 

präsentiert Ergebnisse und trägt sie vor

 

nutzt den Computer und das Internet

 

 

 

Kunst

 

zeigt Neugier, Offenheit und Experimentierfreude

 

hat Ideen zur kreativen Gestaltung

 

kann sich indiv iduell und frei ausdrücken

 

geht geschickt mit Materialien und Werkzeug um

 

kann Techniken anwenden

 

illustriert Texte und Geschichten

 

kann sich mit eigenen und fremden Darstellungen auseinandersetzen

 

 

 

Musik

 

singt und musiziert gerne

 

drückt sich musikalisch aus

 

tanzt gern und bewegt sich zur Musik

 

kann mit anderen Musik gestalten

 

kennt unterschiedliche Musikarten und ihre Wirkung

 

fragt und forscht zur Musik

 

 

 

Elektronische Medien

 

geht verantwortlich mit den Medien um

 

nutzt den Computer

 

kann Informationen gewinnen

 

 

 

Englisch

 

spricht gerne En glisch

 

zeigt Freude beim Lernen der englischen Sprache

 

singt englische Lieder

 

spricht Reime und Sprachspiele mit

 

versteht Wörter, geläufige Fragen und einfache Sätze

 

merkt sich Wörter und Redewendungen

 

wendet geübte Dialoge an

 

versteht den Inhalt einer Geschichte

 

erkennt und versteht bekannte geschriebene Wörter

 

spricht Wörter verständlich

 

 

 

 

 

Religion

 

lässt sich auf religiöse Themen ein

 

hat erste Kenntnisse über (christlichen)Glauben, Symbole und Rituale

 

setzt sich gestalterisch mit den Inhalten des Religionsunterrichtes auseinander

 

kennt Feste und Feiern und ihre Bedeutung im Kirchenjahr

 

 

 

Sport

 

bewegt sich gerne und fordert sich

 

spielt im Team

 

nutzt verschiedene Sport-und Turngeräte

 

hält sich an Regeln

 

hilft bei Auf-und Abbau

 

geht mit Materialien verantwortungsbewusst um und beachtet Sicherheitsauflagen •begreift und vollzieht Abläufe

 

entwickelt Spielstrategien

 

geht an gemessen mit Misserfolgen um

 

zeigt faires und konstruktives Verhalten

 

kann das Sportgeschehen planen und mitgestalten

 

 

 

Anmerkungen:

 

Schwimmen

 

bewegt sich gerne im und unter Wasser

 

kann alleine schwimmen

 

kann tauchen

 

kann sich im Wasser orientieren