Bernd Heeling, Walter Hövel, Gudrun Maaser

 

Sportsplitter

 

 

 

Beim letzten Bundestreffen haben wir einige Spielideen ausgetauscht,die in unseren Grundschulklassen besonders beliebt sind. Eine Auswahl steilen wir euch hier zur Verfügung:

 

 

 

Krake
Zunächst sind zwei Kinder “Kraken“. Das eine Kind sitzt in der Mitte der Halle, rudert mit den Fangarmen(daher “Krake”) und versucht dabei, Kinder, die sich ihm vorwitzig genähert

 

haben, abzuschlagen. Das zweite Kind lauft durch die Halle, um ebenfalls Kinder abzuschlagen. Wenn es erschöpft ist, kann es mit dem ersten Kind tauschen.

 

Abgeschlagene Kinder setzen sich dort, wo sie getickt worden sind, auf den Boden und sind ebenfalls Kraken. Wenn nur noch ein Kind übrig ist, dürfen sich die Kraken auf allen Vieren vorwärtsbewegen.

 

Mit zunehmender Dauer erhöht sich der Reiz des Spiels, weil immer mehr Kraken die umher laufenden Kinder abschlagen können. Die aufregendste Phase ist das Finale, wenn alle Kraken das letzte Kind einkesseln.

 

 

 

 

 

Freie Ecke

 

Eine Ecke der Sporthalle wird mit einer Langbank abgetrennt. Dahinter stehen ein oder zwei Kinder, die anderen sind in der Halle verteilt.

 

In der Halle liegen so viele Balle wie Mitspielerinnen.

 

Aufgabe ist, alle Balle in die Ecke zu bekommen; aber: die Spielerinnen in der Ecke versuchen, die Ecke freizuhalten.

 

Varianten: Zeitbegrenzung; Zahl der Balle festlegen, die in der Ecke sein sollen; weniger Balle als Mitspielerinnen,

 

 

 

Sanitäter
Ein "Verrückter" wetzt durch die Sporthalle und versucht, die anderen Kinder zu ticken. Wer getickt wird, fällt zu Boden und ruft laut: "Sanitäter !" Andere Kinder eilen herbei und tragen das "verletzte" Kind zum “Krankenhaus" – einem an der Seite liegenden Weichboden. Sobald das Kind mit Schwung auf den Weichboden geworfen wurde, ist es wieder gesund und spielt weiter mit. Die am Krankentransport beteiligten dürfen nicht getickt werden.

 

Varianten: zwei "Verrückte"; zwei vorher festgelegte "Sanitäterinnen"; nur die beiden dürfen nicht getickt werden; die anderem Kinder dürfen sich zwar am

 

Krankentransport beteiligen, müssen aber auf die "Verrückten“ achten.

 

 

 

Eckball

 

In die Mitte des Raumes oder der Sporthalle werden eine beliebige Zahl Bälle gelegt, in diesem Beispiel 17 Stück. Die Gruppe oder Klasse wird in zwei, drei oder vier Teams aufgeteilt und jedem Team wird eine Ecke des Raumes zugeteilt, hier sind es bei zwei Teams die gegen überliegenden Ecken. Als Balle habe ich Medizin -,Volley -, Basket -, Gymnastik -, Soft - und Tennisbälle genommen.

 

Der Spielauftrag lautet,genau 10 Bälle (die Zahl kann variieren) nach 5 Minuten (kann variieren) in seiner Ecke liegen zu haben. Weitere Regeln, außer dem Verbot der Anwendung von körperlicher Gewalt, gibt es nicht. Das Spiel wird mehrmals wiederholt, wobei die Pausen Beratungspausen sein sollen. Hier sollen die Kinder ihre Erfahrungen austauschen und eine neue Strategie für das nächste Spiel beschließen.

 

Zu Anfang gab ich den Teams verschiedene Tipps,z.B.: Nur die Hälfte des Teams läuft zur Mitte,sie

 

werfen die Balle in die Ecke,wo die anderen die Balle sofort abdecken, die Ballwerfer teilen sich wieder auf. Die einen laufen zur eigenen Ecke,die anderen zur Ecke des anderen Teams, um dort zu stören. Dem anderen Team hatte ich geraten, die Balle zu nehmen und sie nicht abzulegen, sondern bis zur letzten Sekunde zu tragen, zu halten und mit ihnen zu laufen. Die anderen sollten das andere Team durch Ball abnehmen stören. Die Kinder erfanden bald eigene Strategien.

 

 

 

 

 

Kegelball

 

Die Halle ist in zwei gleiche Hälften für zwei Teams aufgeteilt. Es gibt eine Markierung mit drei

 

gleichgroßen Feldern (siehe Skizze).

 

In das mittlere Feld stellte ich ca. 50 Gymnastikholzkeulen (andere Dinge tun es auch). Jedes

 

Team erhält 20 bis 30 verschiedene Bälle (wie vorher). Die Teams dürfen weder die andere Hälfte

 

der Halle betreten, noch die inneren drei Felder.

 

Die Aufgabe der Teams ist es mit den Bällen die Kegel in das gegenüberliegende Feld zu schießen oder zu treiben. Nach einer bestimmten Spielzeit werden die Kegel als Pluspunkte gezählt, die die Teams dem anderen Team in ihr Feld getrieben haben.

 

 

 

Jedes Team hat das Recht, die Kegel, die direkt vor ihnen im Feld liegen, wieder hinaus zu schießen. Kegel, die aus den drei Feldern herauskommen, also in den Bereich kommen, wo die Spielerinnen sind, dürfen zur Seite gestellt werden und zahlen als Pluspunkte. Hier hatte ich zunächst gesagt, das mit diesen Kegeln flach über den Boden geworfen werden dürfen. Als aber der erste Kegel in Kopfhöhe durch die Halle flog, änderte ich die Regel.

 

 

 

 

 

Schlaue Jagd

 

Das folgende Spiel habe ich bei einer Hospitation kennengelernt und mit meinen Kindern ausprobiert.

 

Wieder wird mit zwei Teams gearbeitet. Das eine verteilt sich in der ganzen Halle (bei einer großen

 

nehmt nur die halbe Halle). Das andere stellt sich in einer Reihe längst der oberen oder unteren

 

Wand auf. Ein Kind oder ihr selbst seid die Zeitnehmer und ruft die Kommandos.

 

Auf "Los" lauft das erste Kind aus der an der Wand stehenden Reihe los. Es hat 30 Sekunden Zeit, um möglichst viele Kinder des anderen Teams zu berühren. Die anderen laufen weg.

 

Wird ein Kind abgeschlagen, so setzt es sich auf den Boden. Nach 30 sec kommt das Kommando

 

"Stopp, Wechsel". Das fangende Kind läuft zurück zu seiner Reihe, berührt das nächste Kind aus seinem Team und stellt sich wieder hinten an.

 

Nun jagt das zweite Kind beliebige Kinder der anderen Gruppe, dann folgt das dritte,usw.

 

Wenn alle Kinder der anderen Gruppe abgeschlagen sind, also sitzen, lauft der Fänger zur gegenüberliegenden Wand, schlägt gegen sie und läuft zu seiner Reihe zurück, damit die/der nächste fangen kann.

 

Das andere Team steht in der Zwischenzeit auf und verteilt sich wieder über die Halle. Haben alle Kinder der Reihe gefangen, so werden die berührten Kinder als Punkte gezählt und die Teams wechseln ihre Funktionen.

 

Das Spiel fasziniert mich so, weil auch langsame Kinder Chancen als Fänger haben: sie können Wege abkürzen, wenn sie den anderen nicht hinterherlaufen, sondern schräg zur anderen und, weil viele von anderen schon müde gejagt wurden.