Ulli Schulte
Welt-Lernen bei Ulli
Rekonstruktion der Mitschrift eines Vortrags von Ulli Schulte, Grundschule Harmonie, mitgeschrieben von Walter Hövel
Uni Koblenz am 18.September 2009

 

  1. Sie geht davon aus, dass Kinder eine beobachtungs-interne Neugierde haben.

  2. Sie gibt einfache Beobachtungsaufträge wie „Findet etwas Unbekanntes, Glattes oder Geheimnisvolles oder .... Zeichnet oder schreibt es auf .... Führt Gespräche darüber ... Was ist wertvoll, ein glitzender Stein, ein Fahrrad, Luft?

  3. Führt Din-A3-Hefte ein ... ein Beobachtungsbuch ... einen Laptop, ...Schreibt auf oder filmt, was ihr beobachtet ... Es entstehen Projekte, etwa zu Müll oder Spinnen ... Zeichnet Spinnennetze oder einen Schmetterling.

  4. Nehmt das situative Geschehen: Regen nach Trockenzeit ... draußen unter dem Dach … führt eure Gespräche, ... daraus entsteht etwa eine Regen – Wörter – Komposition oder etwas mit Matsch oder ein Austausch darüber, was ich bei Regen mache oder Forscherfragen wie „Woher kommt der Blitz“ … „Woher das Hochwasser“? … Wie entsteht Sand? … Warum wird es hell und dunkel?

  5. Ich kann draußen Lernen mit Kindern .. Direkt vor der Schule oder raus aus der Schule ... auf der Wiese … Was lebt da? … Dazu gibt es Filme... z.B. über den „Mikrokosmos Wiese“ ... daraus entsteht ein Plakat ... über Lebensräume ... oder was lebt im Fluss – im Teich … im Boden … auf dem Baum?

     

  6. Wir können durch leere Klorollen gucken … Fühlt durch ein Loch im Blatt Papier … Untersuche die Welt … blickt als Fluss … oder hört als Fahnenmast durch die Jahrhunderte.

  7. Es ist erster Frost ... Wo siehst du, was gefroren ist … Beweise, dass der Frühling da ist. … Untersuchungen dürfen sich verselbstständingen.

  8. Sei von der Zeitung … Sei Reporterin … fotografiere … Steine, z.B. … Sammle … Frage

  9. Welche Bäume stehen um die Schule herum ... Lagepläne ... andere Bilder … „Rand“wissen wie „Buchen sollst du suchen“ … was geschieht mit solchem Holz … in Bücher schauen … Menschen fragen

 

 

 

  1. Raus-Geh-Tage … „Lieblingsorte der Kinder … z.B. an den Eipbach … Forschen … Staudämme … Fließgeschwindigkeit … Geschichte des Flößens … Europa … wie ist es verbunden … über eigenes Wissen … über eigene Vermutungen und Hypothesen … Nachprüfen … Vergleichen

  2. Immer wo anders hin … Mit den Kindern im Kreis darüber reden … Orte, Personen aus dem Wohnbereich herausbekommen … Hingehen … Beispiele: Kreuzung,Wallfahrt, Neubau, kleiner Wasserfall,

  3. Zum Beispiel ein Rausgehbuch führen … Wegesrand, Tag am Fluss, Zählen, Tiere imWald, Flußgebiet Altarm, toter Vogel gefunden, Raubvogelumrisse … Jeden Anlass dokumentieren

  4. Langzeitunersuchungen machen … Wetterwarten … Vogeleier werden ausgebrühtet … Die Jahreszeiten … Ein Haus wird gebaut

  5. Irgendwo „reinfallen ist verboten“

  6. Was lebt im Gewässer – Expert*innen einladen – Umweltamt – Biologische Station – Förster – Pilzsammler – Vogelstation – Polizei – Nachbarn, die zur See gefahren sind

  7. Obstbäume … Marmelade einkochen … Saft machen … mit Eltern in die Schulküche … Verkaufen

  8. Fragen zur Welt … Montagsversammlung … Rausgehkreis … Klassenrat … Zettel an die Wand

  9. Fragekulturen entwickeln … Erhalt der kindlischen Forscher- und Fragenmenthalität

  10. Wahrnehmen mit allen Sinnen … Eigene Fragen pflegen, entdecken, benutzen … Eigene Themen finden … alleine oder in der Gruppe

  11. Medien nutzen … Computer … Bücher … Bilder ... Zeichnungen ... Plakate … Filme und Youtubes ... Fotografieren … Filmen mit Handies ... Flipcams, Kameras … Riechstraßen … Geräusche … Rhythmen … Bewegungen … Tanz … Theater

  12. Fensterblick … Nebel … Unter dem Dach … Texte … Wasserverbrauch … Klimaerwärmung … Energiegebrauch … Ressourcen … Rohstoffe … Tiere … Ethik … Leben

  13. Andere Fächer … Mathe … Physik … Glück … Elektronik … Lesen … Kunst … Textil … Schreiben … Religion … Musik … Schattenspiel … Literatur … Wissenschaft … Sprechen, Sprache, Sprachen

  14. Werkzeuge wie Mikroskope … Diese wurden bei der beobachteten Geburt von Asselbabies „entdeckt“...

  15. Struktur von Blättern … Computersides … selbstgemachte Bücher ... Reinmalen … Trocknen … Zeit und Veränderung … Staunen festhalten … Aufmerksamkeit … Austausch … Infizieren

  16. Klassenraumaufteilung … Experimentier- und Forscherecken … großer Tisch … Regale … Wände … Schautafeln … Kindertische … Boden … vor der Klasse draußen und drinnen … Bücher- und Leseecken … Bestimmungs- und Sachbücher … Computerecken … Decke

  17. Zeigekreis … Präsentation … Ausstellung … Museum … Verabredungen … Gruppen … Mitbringen … Zeigen … Vorführen

  18. Philosophieren … Kenntnisse und Erkenntnisse austragen … mit einander denken und reden … Dinge und Fragen machen, wie welche Farbe hat die Welt, wann lebt etwas, wozu Land- und Seekarten, welche Wege gibt es?

  19. Angebote zum Lernen annehmen … Student bringt zum Jahrestag der Astrologie ein Galileo-Fernglas mit und baut es mit Kindern nach … Vorlesungen mit „Entdeckungen“ oder „kosmischer Glibbermasse“ … „Papier als Bauträger“ (bei ZeitungsAG) … „Landschaften der Welt“ (Idee der Lehrerin) oder die Tausende Ideen und Themen der Kinder

  20. Schlechtes finden …etwas nicht mögen ... Armut … Krieg … Traurigkeit … Stolz … Rassismus … Macht

  21. Gutes finden … Was wir mögen … Inklusion … Freiheit … Kind sein … Fragen dürfen .. Demokratie .. Selbst bestimmen … Fehler machen … Sich selbst einschätzen

  22. Experimente in der Schulumgebung … Am eigenen Teich … Rettung im Winter … Hilfeanruf aus der Nachbarschaft … Umsiedlungen … Regelwerk im Umgang mt Natur in Klassenrat und Schulversammlung

  23. Nahe am Kind sein … Eigene Themen weglassen … die Vorschläge der Kinder nehmen … Sie hören … Was ist möglich?

  24. Keine Benotungen … Vorstellen, Zeigen, Rückmeldungen, Würdigen … Gespräche im Kreis, mit Kindern und Erwachsenen statt Noten … Keine Zurechtweisung, sondern Ermutigung

  25. Warten … Nachfragen im Kreis … Die Kraft der Gruppe, der Kinder nutzen … Nicht zwingen, überzeugen oder helfen … Lassen, Loslassen … Kommunizieren … Kooperieren … Als Erwachsener präsent sein … Das Kind und sein Lernen bleibt aber immer zuerst

 

 

 

 

 

Literatur:

 

 

 

Walter Hövel. Heike Wagner, Ulli Schulte. Chronik der Grundschule Harmonie. Eitorf 2017. Download: https://www.walter-hoevel.de/chronik-grundschule-harmonie/

 

 

 

Ulli Schulte, In jedem Kind den Menschen finden, Eitorf 2016. Download: https://www.walter-hoevel.de/gutes-von-anderen/ulli-schulte-in-jedem-kind-den-menschen-finden/

 

 

 

Ulli Schulte, Kollegium der Grundschule Harmonie. Jedes Kind auf seinem Weg zur eigenen Persönlichkeit und „Lernerpersönlichkeit“ begleiten, herauszufordern und stärken. Eitorf/Luxemburg 2016. Download: https://www.walter-hoevel.de/beitr%C3%A4ge-zur-grundschule-harmonie/jedes-kind-auf-seinem-weg-st%C3%A4rken/

 

 

 

Walter Hövel, Ulli Schulte. Wehe wenn sie raus gelassen. Zum Draußen Lernen. Eitorf 2016. http://www.walter-hoevel.de/inklusion/gelebte-inklusion-am-beispiel-der-grundschule-harmonie/

 

 

 

Ulli Schulte. Rechnen mit Muggelsteinen. In: Fragen und Versuche 148/2014. Download: http://www.grundschule-harmonie.de/assets/Uploads/PDF/Artikel/Rechnen-mit-Muggelsteinen.pdf

 

 

 

Walter Hövel/Ulli Schulte/Heike Wagner. Chronik des Schuljahres 2013 und 2014. Eitorf 2014. Download: http://www.walter-hoevel.de/chronik-grundschule-harmonie/

 

 

 

Marvin Schölich. Was die Natur uns lehrt. Eitorf 2014. Download: http://www.grundschule-harmonie.de/assets/Uploads/PDF/Artikel/Was-die-Natur-uns-lehrt-Pflanzaktion.pdf

 

 

 

Ulli Schulte . Beschreibung einer Schule in Finnland. Aus der Sicht einer Kollegin der Grundschule Harmonie. Eitorf 2010. Download: https://www.walter-hoevel.de/schulentwicklung/beschreibung-einer-schule-in-finnland/

 

 

 

Walter Hövel, Ulrike Schulte, Chronik der Grundschule Harmonie 2009, www.grundschule-harmonie.de

 

 

 

Walter Hövel, Ulrike Schulte, Unser Ganztag, 2009, http://www.grundschule-harmonie.de/Ganztag.htm

 

 

 

Ulli Schulte, Natürlich Natur, 2009, http://www.grundschule-harmonie.de/artikel-pdf/Natuerlich%20Natur.pdf

 

 

 

Ulrike Schulte, Schaltet der Mensch die Sonne aus? Lernen im Wechselspiel von Eigenzeit und Kooperation, Fragen und Versuche 130/2009, und: http://www.grundschule-harmonie.de/Lernen,%20Zeit%20und%20Kooperation.pdf

 

 

 

Ulli Schulte, Zeit & Ressourcen, ein Plakat, 2008. http://www.grundschule-harmonie.de/Foerderkonzept-April_2008.pdf , S. 6 f

 

 

 

Ulli Schulte, Kunst und Lyrik, Fragen und Versuche 100/2002

 

 

 

Ulli Schulte, Grundschule Harmonie, Von der versumpften Wiese zur Wasserwelt, NBund heimat und Umwelt, Internet 2002

 

 

 

Ulli Schulte, Erkundungen, Fragen und Versuche 95/2001

 

 

 

Heike Wagner, Ulli Schulte, Anekdoten, Fragen und Versuche Nr. 91/2000

 

 

 

Ulli Schulte, Gemeinsam Texte schreiben, Fragen und Versuche 91/2000

 

 

 

Ulli Schulte, Der Eipbach in Europa, Fragen und Versuche 90/1999