Walter Hövel
Arbeiten Sie denn auch nach den Lehrplänen?
Eine oft gestellte Frage

 

 

 

Na klar, wir waren doch eine Schule.

 

Nein, das geht doch nirgends

 

 

 

Wir kannten, erfuhren „Schule“ als einen Arbeitsplatz, an dem die Lehrerin und der Lehrer der Schülerin und dem Schüler Stoff beizubringen hat.

 

 

 

Diese „Schule“ fragt nicht, ob die Menschen, das hier, jetzt und überhaupt lernen wollen oder können, ob sie es überhaupt sollten.

 

 

 

Sie fragte nicht, ob es den Lernenden etwas bringt, wenn Schulbücher, frontale Lehrstunden im Gleichschritt von Kapiteln und Einheiten, wenn Tests, Prüfungen, Klassenarbeiten oder Klausuren als „Überprüfung von Leistung“ pervertiert, wenn Stress Lernblockaden, Lernangst und Störungen der Wahrnehmung, des Verhaltens und des Lernens selbst ohne Ende produziert. Hier werden Lehrpläne als Ablernpläne eines nicht mehr reflektierten, geschweige denn hinterfragten Gehorsams der ersten Jahrzehnte von Schule nun zur Herausselektion der Funktionierenden durch innere und äußere Schulstruktur benutzt.

 

 

 

Schule wird vom Recht aller Menschen auf Bildung durch staatliche Macht zu einer staatlichen Pflichtschule der Erziehung zum Gehorsams entwickelt.

 

 

 

Wir kannten Schule als einen Lernort, an dem der Schüler sich „Stoff“ beibringt, und die Lehrerin und die Lehrerin oder der Lehrer ihm auch.

 

 

 

Wir sind keine Ersatzschule, freie Schule oder Schule mit besonderem pädagogischer Rezeptur. Wir sind eine staatliche Regelschule und für uns gelten die Richtlinien und Lehrpläne.

 

 

 

Wenn Sie unsere Schule betreten tauchen sie in eine Schulatmosphäre von Nicht-Schule ein. Sie trafen auf Menschen, die lernten. Sie begegneten Menschen, die Ihr Lernen selbst bestimmten und lernten was und wie sie leben. Es ist so einfach, dass es eigentlich funktionieren dürfte. Kinder bekommen das Recht des Lernens zurück!

 

 

 

Ich sagte zu einer Schülerin, dass sie nicht mehr das lernt, was die Erwachsenen lehren, sondern, dass sie das lernt, was für sie wichtig ist.

 

 

 

Ich lehrte ihr, dass sie nicht zur Hauptschule müsste. Der andere Weg ist schwer, aber ihr Recht.

 

 

 

Andere Lehrerinnen und Lehrer fragten weiter, was machen Sie denn, wenn ein Kind nicht arbeitet, immer nur… und und und

 

 

 

Bei unserer Arbeitsweise konnte Kindern sichtbar werden, was mit ihnen, was geschieht. Das Kind muss – mit oder ohne unsere oder der anderen Kinder Hilfe – rausbekommen, warum geschieht, wenn es nicht arbeitet, um arbeiten zu können, um leben zu können.

 

 

 

Wir redeten mit ihnen! Wir übten ein anderes,ein mit einander Leben leben, ein. Wir übten Selbstvertrauen, Wohlbefinden, sich selbst begreifen, Aufmerksamkeit, Achtung, die nächste Zone der eigenen Entwicklung finden, um sich selbst zu finden.