Fragen zur Welt

von Uschi Resch und Walter Hövel

 

 

Wir begannen gemeinsam die "Fragen zur Welt" einzuführen, in einem zweiten Schuljahr einer Grundschule auf dem Land in der Nähe von Köln, und in einem dritten Schuljahr einer Volksschule mitten in Wien.

Fast jede Woche verließen wir die Klassenräume, um in der für uns erreichbaren Welt außerhalb der Schule zu lernen. Die Landkinder gingen am liebsten in den Wald, zu einem alten Wasserauslauf, spazierten durch die Flußauen zwischen dem Fluss und der Eisenbahnlinie, sie wandern durch Felder und Straßen oder besuchen das örtliche Theater oder den alten Friedhof. Die Stadtkinder fuhren mit der Straßenbahn in den Wald, gingen in den Park, besuchten Ausstellungen, Museen, Theater und Informationsveranstaltungen für Kinder.

Irgendwann entstand die Idee, gegen Ende eines solchen "Spaziergangs"[1] auf dem Rückweg zur Schule stehen zu bleiben, einen Kreis zu bilden und die Augen zu schließen. Jedes Kind denkt sich eine eigene Frage zur Welt aus. Danach stellt jedes Kind den anderen seine Frage vor. Nachdem wir wieder in der Klasse sind, schreiben alle ihre Frage auf kleine Zettel, die dann ins große "Fragen- zur- Welt - Buch" eingeklebt werden. Diese Aufgabe haben bald die Kinder selbst übernommen.

Vor dem Einkleben liest jedes Kind noch einmal seine Frage vor. Manchmal spielen wir vorher noch das "Befreiungsspiel". Es wird ein Kreis gebildet, in welchen du erst dann gehen darfst, wenn eine MitschülerIn deine Frage noch weiß und sie laut sagt. Eine Variante ist die, dass schon alle im Kreis sitzen. Jetzt wird das "Befreien" dadurch symbolisiert, dass diejenigen sich auf die Erde setzen, deren Frage von jemandem anderen gewußt wurde. Es ist erstaunlich, dass die Kinder wirklich noch alle Fragen der anderen wissen.

Es ist noch nie ein Kind übriggeblieben, weil seine Frage nicht wiederholt werden konnte.

 

Einige Fragen aus unseren ersten drei Schuljahren:


 

Warum sickert das Wasser in den Flüssen nicht ein, aber das Wasser sonst?

Warum können Menschen nicht fliegen?

Wie entstand das Küssen?

Warum haben Pflanzen Wurzeln und Menschen Beine?

Warum sind Blätter nicht viereckig?

Warum kann man die Zeit nicht anhalten?

Wieso gibt es Kriege?

Wie verstehen Ausländer ihre eigene Sprache?

Warum werden Bäume so groß?

Wieso gibt es Fragen?

Warum gibt es bei uns keine Elefanten?

Wieso gibt es Mädchen und Jungen?

Warum hat die Rinde Striche?

Wie alt kann ein Grashalm werden?

Gab es einmal Herkules?

Warum dreht sich die Erde und der Boden nicht?

Warum haben Tiere andere Sprachen als wir?

 

 

 

Gibt es Lebewesen auf anderen Planeten?

Wie ist die Erde entstanden?

Was ist der Wind?

Wann wird die Sonne wieder scheinen?

Warum töten Menschen Tiere?

Müssen Blumen nichts essen?

Warum fällt die Sonne nie runter?

Wie entstanden die Sterne?

Warum sind Ameisen so klein?

Wie wachsen Äste?

Wie schmeckt das Essen bei Außerirdischen?

Warum läuft das Wasser nicht aus der Erde in den Weltraum?

Was ist Licht?

Warum sind Wolken blau und weiß?

Gab es früher wirklich Wahrsager und Zauberer?

Was passiert, wenn Steine ins Wasser fallen?

Warum müssen Erwachsene alles beurteilen?

 

 


 

Uns ist es nicht wichtig, dass alle Fragen beantwortet werden, wichtig ist, dass jedes Kind seinen Frage stellt und jede Frage ins "Fragen- zur- Welt-Buch" kommt.

Wichtig ist, dass jedes Kind und jede Frage ernst genommen wird. Es gibt keine "guten und schlechten Fragen". Es gelingt niemals alle Fragen zu beantworten, hierzu reicht die Zeit nicht. Also müssen Fragen ausgewählt werden. Zum Beispiel darf das Kind, das als letztes Geburtstag hatte, sich eine oder mehrere Fragen aussuchen.

In der Regel werden die Fragen im Kreis beantwortet, manchmal geschieht es in kleineren "Fragen-zur-Welt-Gruppen". Die Kinder beginnen eigene Antworten auf die gestellten Fragen zu finden. Jede Theorie, jeder Erklärungsversuch wird ernst genommen, jedem Gedankengang wird gefolgt.  Die Kinder philosophieren, die LehrerIn hält sich zurück. Die Erwachsenenerklärungen - falls sie überhaupt gebraucht werden - sind erst nach denen der Kinder dran. Sie bilden aber nicht den "krönenden Abschluß", um die "richtige" Antwort zu geben, sondern sind eine Erklärung von vielen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden verschiedene Arbeitsformen eingesetzt. So machten wir Wasserexperimente mit Eimern und Bechern zu der Frage, warum man einen Wasserfall hören kann. Die Frage, wie das Universum entstanden ist, versuchte ein  von den SchülerInnen eingeforderter Lehrervortrag zu beantworten. Wie alt eigentlich ein Grashalm werden kann, wurde von einem Universitätsprofessor und einem Biologen auf die schriftliche Anfrage der Kinder hin, beantwortet. Es sind auch schon kleinere Bücher entstanden, zum Beispiel zu der Frage, wie das Küssen entstanden ist.

Oft beinhalten die Fragen auch das aktuelle Projektthema. Wie zum Beispiel bei unserem "Ägyptenprojekt", das mehrere Wochen dauerte, kamen immer wieder Fragen zu diesem Thema. "Wie sind die Pyramiden entstanden?". Die Frage "Wieviele Sekunden braucht man um auf eine Pyramide zu klettern?" führte dazu, dass wir dies gemeinsam im Kreis ausgerechnet haben. "Ganz nebenbei" wiederholten wir die gesamte Uhr.

Es kann auch vorkommen, dass wir bewußt eine Aktion mit den Kindern machen. So haben die Landkinder in Schnee und Eisregen auf einer Wiese ein Feuer mit nassem Holz entzündet. Daraufhin folgten fast ausschließlich "Feuerfragen". Wie zum Beispiel: "Warum ist Feuer heiß?", "Warum gibt es überhaupt Feuer?", "Wie entsteht Feuer?".

 

Die Frage:  WIESO GIBT ES ARBEIT?

 

So antworten die Kinder (Protokoll eines Kreisgesprächs drittes Schuljahr):

Arbeit gibt es zum Geld verdienen - Wenn kein Geld da wäre, müßten wir tauschen - Ohne Arbeit würden sich niemand Mühe geben - Zum Überleben müssen wir arbeiten - Um Neues zu erfinden - Wenn wir nicht arbeiten würden, würden die Flüsse alles überschwemmen - Es gäbe keine Felder, kein Essen und keine Häuser - Wir würden auf der Straße wohnen - Man muß halt selber Häuser bauen - Pullover stricken ist Arbeit - Keine Arbeit, keine Felder - Aber wir brauchen keine Autos - Lehrer arbeiten, gäbe es keine Lehrer würden wir nichts lernen - Lernen manche nicht auch so? - Eine Schule bauen ist Arbeit - Braucht man überhaupt eine Schule? - Nein eigentlich nicht, man braucht nur Lehrer - Es gibt auch Arbeit ohne Geld. Manche machen das. - Arbeit kann Spaß machen, damit einem nicht fad wird. - Man kann auch draußen lernen. - Wenn es regnet, könnten wir in einer Höhle leben. - Wenn da kein Bär ist! - Dann kämpfe ich gegen den Bären! - Oder wir suchen eine Höhle ohne Bären. - Kinder arbeiten auch! - Wir arbeiten mit dem Gehirn! - Schreiben ist auch eine Arbeit! - Wir Kinder arbeiten ohne Geld! - Wir arbeiten um etwas wichtiges zu lernen. - Lernen ist Arbeit. - Mathe ist Arbeit - Selber Rechnungen erfinden und aufschreiben, das ist Arbeit! - Erfinden ist ein Hobby, das mache ich gerne. - Arbeiten, das ist Schreiben und Rechnen, das muss gemacht werden, das macht weniger Spaß. - Hobby ist auch Arbeit, das macht Spaß! - Wenn man schwimmen will, oder Fahrrad fahren, das musst du vorher auch lernen und das Lernen ist Arbeit. - Gehen lernen! Das ist Arbeit für Kinder! - Kinder wollen das Gleiche lernen wie ihre Eltern. Das ist Arbeit! -

Und dann kam bei den Kindern eine neue Frage auf: Wie sollte die Schule sein? Was wollt ihr in der Schule lernen? 

Reiten können - Suppen machen - Kochen - Arbeiten wie Eltern, Bilder zeichnen - Rechnen - Ja, kochen - Schreiben wie du (zu Lehrerin gesagt) - Fenster bauen - Modellflugzeuge basteln - Im Galopp im Sattel bleiben - Ein Rad reparieren können - Kochen - Lesen - Stricken - Basteln - Auto fahren - Sich gut bei Tisch benehmen, wenn Gäste da sind - Karate - Lieben und heiraten - Liebe und Arbeit gehören zusammen - Im Kreis, was wir gerade tun, das ist Arbeit - Obwohl wir nicht gezwungen werden - Zuhören und nachdenken ist Arbeit - Was du schon kannst, brauchst du nicht mehr zu lernen!

Auch die Lehrerin stellt eine (echte) Frage: Gibt es etwas, was ihr nicht von den Erwachsenen lernen wollt? 

Rauchen - Bier trinken - Hauen - Schnaps trinken - Autos bauen - Wein trinken- Töten! - Dumm sein - Streiten - Eifersüchtig sein - Anderen etwas wegnehmen - Bedrohen. - Die Kehle aufschneiden - Brutal sein - Sich scheiden lassen - Nein - Doch! Sich scheiden können lernen - Sich trennen können - Woanders wohnen können - Nicht heiraten -

Und dann kamen sie zurück zu ihrem Thema:

Kinder arbeiten aber auch anders als Erwachsene - Wir machen Geheimschriften - Wir machen Würmer - Wir bauen Löwenpiranjabecken - Geschichten am Computer schreiben, das ist Denkarbeit - Bumerangs bauen - Kochen - Fische fangen - Neues erfinde. - Ja, Fische fangen - Es sich gemütlich machen - Eine Klofabrik bauen - Lieder erfinde. - Nicht Auto fahren - Bilder male. - Eine Tierfabrik aufmachen

 

Es gibt manchmal längere Pausen bis wir wieder einen Kreis bilden, um neue Fragen zu stellen oder sie zu beantworten. Trotzdem ist es für die Kinder mittlerweile selbstverständlich, dass sie Dinge hinterfragen, sich Gedanken über die Welt, über Ereignisse in ihrer direkten und indirekten Umgebung machen.[2]

Das „Warum“ gibt den Kindern das Recht auf ihre eigenen Fragen zurück.

Wie das Schreiben in der Freinetklasse von den Kindern als Technik des Freien Schreibens erobert wird, haben sie das Fragen zur „Technik des Freien Fragens“ entwickelt, und sich so das Fragen als eine eigene Technik des Lernens zu eigen gemacht.

 

Fragen zu Fragen zur Welt

Strukturieren eigene Fragen die äußere und innere Welt der Kinder?

Führt eigenes Fragen die Kinder von ihrer ganzheitlich konkreten Wahrnehmung der Welt zu einem geistig abstrahierenden Erkennen, ohne dass sie ihrer konkreten Ganzheitlichkeit beraubt werden?

Wie viele Geheimnisse stecken in den Fragen der Kinder?

Wie fraglich ist den Kindern die Wirklichkeit, wie wirklich sind ihnen ihre Fragen?

Können Kinderfragen die Zusammenhänge zwischen den Dingen der Welt, zwischen der Welt und ihnen selbst und zwischen den Fragenden verknüpfen?

Finden die Kinder durch eigenes Fragen den Sinn des Lebens?

Leben fragende Menschen sinnvoller?

Könnten Menschen ohne Fragen leben?

Wann und wer hört Kindern zu, wenn sie Fragen stellen?

Verträgt Schule überhaupt die Fragen der Kinder?

Kann eine Frage falsch sein?

Suchen Philosophen die Fragen oder die Antworten? Was suchen die Kinder, was die Lehrerinnen und Lehrer?

Gibt es einen Unterschied zwischen Mädchen- und Jungenfragen?

Wie viele richtige Antworten gibt es auf eine Frage?

Wie viele Fragen gibt es zu einer Antwort?

Wie oft muß ein Kind seine Frage stellen bis es seine Antwort findet?

Sind Fragen nicht die Antworten der Kinder?

Sind Fragen nicht ein Grund, sich aus eigenem Antrieb um eine Antwort zu mühen?

Ist die bewußte Wahrnehmung unserer Sinne Voraussetzung um fragen zu können?

Verändern die Fragen der Kinder unsere Sichtweise der Wirklichkeit?

Wie politisch sind Kinderfragen?

Wird uns durch Kinderfragen bewußt wie wenig wir wissen?

Haben Erwachsene Angst vor Kinderfragen?

Sollten LehrerInnen ihre eigenen Kinderfragen noch kennen?

Warum wissen so wenige Erwachsene, dass sie wie Kinder fragen können?

Warum wissen so wenige Kinder, dass ihre Fragen wichtig sind?

Verändert die (fragende) Sprache die Wahrnehmung der Kinder?

Können Fragen die Wahrnehmung der Kinder wirklich ausdrücken?

Gibt es ein Lernen ohne Fragen?

Verlierst du durch Fragen die Angst vor den Antworten?

Geben uns Fragen mehr Mut zu leben?

Erobern Kinder die Welt durch ihre eigenen Fragen?

Werden Kinder, die das Fragen gelernt haben auch später ihre eigenen Kinder fragen lassen?

Sollten die Fragen der Kinder nicht alleiniger Inhalt unseres gesamten Unterrichts sein?

Können Kinder dadurch, dass sie lernen ihren Fragen zu trauen mehr Selbstvertrauen gewinnen?

Ist in der Frage bereits die Antwort?

Muß jede Frage beantwortet werden?

Wann und wem stellen LehrerInnen ihre Fragen?

Kannst du fragen?

 

Zum 100sten Geburtstag von Celestin Freinet überlegte die Wiener Freinetgruppe, wie Kinder am Programm teilnehmen konnten, ohne wie bei anderen pädagogischen Feiern nur "als Beiwerk" zu dienen. Also wurde ein Klassenrat in der Wiener Klasse einberufen. Nachdem die Kinder geklärt hatten, dass sie an der Abschlußveranstaltung des Symposiums teilnehmen wollten, wurden verschiedene Möglichkeiten besprochen. Sie entschieden sich für die Fragen zur Welt, weil sie diese "für etwas Besonderes" hielten.  Zudem hatte so der Beitrag jedes einzelnen Kindes im Rahmen der gemeinsamen Präsentation seine Wichtigkeit, ohne dass die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit in den Hintergrund trat.

Die Fragen zur Welt bildeten nach dem Vorlesen Freier Texte aus anderen Wiener Klassen den Abschluss der Kinderpräsentation unter dem Titel "Den Kindern das Wort geben". Ein Kind nach dem anderen trat auf die Bühne und trug seine Frage vor.  Dies taten sie ohne jede Probe, nur nach einer kurzen Besprechung des Ablaufs. Sie zeigten beim Vortrag ausnahmslos eine Sicherheit,  die alle Zuhörer, ob Eltern, LehrerInnen oder erfahrene Freinetpädagogen zutiefst beeindruckte.

 

Die Fragen der anwesenden Kinder lauteten:

 


Wie entstand die Welt?

Wie haben die Ägypter die Hieroglyphen erfunden?

Warum vergewaltigt man Kinder?

Warum unterrichtet mich die Uschi und nicht die Mama?

Wo schauen die Augen hin, wenn wir schlafen?

Wie schaut es in einer Pyramide aus?

Warum gibt es die Sonne?

Warum bin ich ich?

Warum gibt es Menschen, die ihre Kinder hauen?

 

Warum gibt es böse Menschen?

Wozu gibt es Schulhefte?

Warum gibt es mich und warum ist meine Zwillingsschwester gestorben?

Warum gibt es den Herbst?

Warum gibt es Menschen, die  die Welt verschmutzen?

Warum können wir ohne Luft nicht leben?

Wie lange braucht ein Flugzeug um rund um die Erde zu fliegen?

Warum gibt es die Schule?

 


Einige Monate später luden wir die Eltern zu einer Präsentation eines selbst geschriebenen und initiierten Schattentheaters und einer Dichterlesung ein.

Zum Abschluß dieses Abends gaben die Kinder ihren Eltern das Wort und ließen sie Fragen zur Welt stellen.

 

Heute, fast 5 Jahre nach der Einführung der "Fragen zur Welt", fragen bei uns schon wieder andere Kinder ihre Fragen. Jede Frage bleibt spannend, selbst wenn wir sie schon einmal gehört haben sollten.

1999 arbeiteten wir an der Erstellung eines Schulbuches mit und schlugen vor, die Fragen zur Welt in das Schulbuch zu übernehmen. Die Lektorin des Verlags verstand den Sinn nicht, die Gutachterin des Ministeriums wollte ihre Streichung.  Das wäre nicht kindgerecht und  vielleicht Niveau der gymnasialen Oberstufe. Zum Glück gibt es in Verlagen und Ministerien aber Leute, die etwas weitsichtiger sind. Die "Fragen zur Welt" setzten sich durch.

Aber in mit einem hatte die Zensorin  trotz ihrer Einstellung zur gewöhnlichen Pädagogik recht, mit der Höhe des Niveaus, zu dem Kinder fähig sind:

 

Janusz Korczak:

"Ihr sagt: Der Umgang mit Kindern ermüdet uns. Ihr habt recht.

 Ihr sagt: Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen.

 Hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner machen.

 Ihr irrt euch.

 Nicht das ermüdet uns, sondern dass wir zu ihren Gefühlen emporklimmen müssen.

 Emporklimmen, uns ausstrecken, auf die Zehenspitzen stellen, hinlangen.

 Um nicht zu verletzen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1]  Das "Verlassen der Übungsräume", die "Spaziergangsklasse" oder die "Heckenschule" hat in der Freinetpädagogik  die wohl älteste Tradition. In der Literatur sind u.a. folgende Informationen zu finden:

Celestin Freinet, Verlaßt  die Übungsräume, S.155f,  In:  Hering/Hövel,Immer noch der Zeit voraus, Bremen 1996

Elise Freinet,Erziehung ohne Zwang,S.20-24,Stuttgart 1981

Gudiez,Guilléu, Déléam, Eigene Untersuchungen der Schüler, S. 93-98, In: Christine Koitka, Frankfurt/M 1989

Herbert Hagstedt ,Freinetpädagogik und Erziehungswissenschaften - ein gestörtes Verhältnis?, S.217, In: Hering/Hövel, Immer noch der Zeit voraus, Bremen 1996

Walter Hövel, Demokratie im Klassenraum, S.67,  In: Ingrid Dietrich, Handbuch der Freinetpädagogik, Weinheim und Basel 1995

Hans Jörg, Célestin Freinet, die Bewegung "Moderne Schule" und das französische Schulwesen heute, S. 152, In: Freinet, Die moderne französische Schule, Paderborn 1979

Martin Merz, Lernen - ein Puzzlespiel, S.64ff, Linz 1996,

 

[2] Werner G.Mayer hat bei der Editon Dieck, Heinsberg 1994, eine Schrift unter dem (irreführenden) Titel  "Der Sachunterricht"  herausgegeben. Hier gibt er  aktuelle und erfrischende wissenschaftliche Begründungen und pädagogische  Denkanstöße für ein  Lernen, das er, an den Begriff der "Weltorientierung" der  niederländischen Jenaplanschule angelehnt.