Walter Hövel
Zwischen gesellschaftlich-pädagogischem Lehrauftrag und dem Wunsch das Lernen zu demokratisieren?
Selbst-Protokoll eines dreitägigen Lernens

 


Das Seminar hieß: „Den eigenen Beruf professionalisieren – zwischen Unterrichten, Lernzeiten und Eigenproduktionen der Kinder“. Ich gebe es seit einigen Jahren an der Uni Bremen. Zwei Teilnehmende meines Seminars vom 19. bis 21. Juni 2015 werden in der Grundschule arbeiten, 32 - zu gleichen Teilen - in den Sekundarstufen I und II.

Was bleibt eigentlich hängen, wenn ich ein Seminar „gebe“? Was passiert, wenn  ich vor fast nur zukünftigen Sekundarstufen-I-und -II-Lehrerinnen und –lehrern so viel „nur“ aus der Arbeit des offenen , sebstbestimmten Lernens einer Grundschule erzähle, Wie wirken „offene“ Freinet-, Boal- oder eigenen Methoden des Arbeitens?

 

 Diese Leute aus den Sekundarstufen sind mehr als skeptisch. Sie haben fastt nie ein demokratisches und selbst bestimmtes Lernen in ihrer Schulzeit erlebt und sehr sehr selten in ihrer Unizeit gesehen oder selbst erfahren. Sie werden „aus“gebildet, zum „Unterrichten“ in „Fächern“, zum „Benoten“ und … zum „Modernisieren“ der Schule…

 

Endlich pensioniert, hatte ich Zeit der Frage nachzugehen, was heute in drei Tagen Arbeit bis in die Köpfe und Herzen (?) der Menschen gelangt. In einer abschließenden Klausur hatten die 34 Teilnehmenden  etwa eine Stunde Zeit diese Fragen zu beantworten:

 

Wie schätzen Sie Ihre eigene Leistung in diesem Seminar ein?
Nennen Sie mir Ihre drei wichtigsten Erkenntnisse in diesem Seminar.
Nennen Sie mir die drei Informationen, die Sie beeindruckt haben.
Was nehmen Sie sonst noch mit?
Zu welchem Thema hatten Sie Ihre größte Distanz?
Mit welchem der über 100 Literaturangebote konnten sie sich Gewinn bringend auseinander setzen?
Welches Menschenrecht ist Ihnen das wichtigste?
Was werden Sie in Ihrer beruflichen Zukunft umsetzen wollen?
Woran wollen Sie für Ihre eigene Professionalisierung arbeiten?
Welcher Teil der Seminararbeit hat Ihnen am meisten Freude und/oder Ertrag gebracht?

 

 

 

Der nun folgende Text gibt wieder, welche Gedanken, die  ich reingab, überhaupt und wie ankamen, wie diese Gedanken verarbeitet oder be-halten wurden. Da Texte, Textilien und Textur den gleichen Ursprung haben, entstand hier ein Teppich aus meinen Gedanken und meiner Sprache als auch der Sprache und des Denkens der Studentinnen und Studenten.

 

Ich gebe im folgenden teils zusammenfassend, teils wörtlich ausschließlich Aussagen der Studentinnen und Studenten wieder. Manchmal bin ich nicht einverstanden mit dem was bei ihnen ankam, manchmal bin ich erfreut und beeindruckt. Aber der folgende Text ist eben das, was er ist. Es ist zu lesen, was rüberkam und in Sprache gesetzt wurde.

 

Ich habe mir die Freiheit genommen, die Auflistung zwecks besserer Lesbarkeit und Überschaubarkeit unter neue und mehr Überschriften zu setzen.

 

Der Hintergedanke meiner Arbeit ist es zu überprüfen, wie relevant heute noch die Freinetpädagogik für junge Menschen im Lehramt ist. Meine These ist, dass Freinetpädagogik lange schon eingearbeitet ist in das Verständnis einer modernen Wissenschaft des Lernens, der Erziehung und der Schule. Freinetpädagogik wird heute überall – eingebettet in offenere, neue Gedankengebäude – angewandt. Oft wissen die Anwender gar nicht um die freinetische Herkunft der von ihnen praktizierten Demokratie, des Klassenrats, der Kooperation , des tastenden und versuchenden Forschens, des Fragens und Versuchens, der Dichterlesung, des freien Textes oder des freien Ausdrucks.

 

„Freinet“ in einer eigenständigen Erscheinung, etwa als „Freinetklasse“ oder als „Freinetlehrer“ verschwindet. So praktizierende Menschen sterben selbst in der Freinet-Kooperative aus. Es gibt noch ein paar Versuche der „Freinetschule“. Sind die Initiatoren und Betreiber aber konsequent, entwickeln sie - auf der Grundlage der Freinetpädagogik - eine eigene modernere Form eines sich selbst entwickelnden Schul- und Lernmodells.

 

Der folgende Text kann also unter diesem Aspekt gelesen weren: Ist das was ich hier lese noch „Freinet“, „mein Freinet“? Oder lebt die nächste Generation der Pädagogen schon in einer eigenen neuen Anspruchswelt? Wo sind noch „unsere“ Wurzeln zu erkennen?

 

Die Freinet“bewegung“ hat die Weiterentwicklung einer „Ecole Moderne“ verschlafen. Der Anschluss ist verpasst. Überall agierten und agieren Freinetpädagoginnen und Freinetpädagogen mit bei der Entwicklung der Bildung und Erziehung, bis hin zum heutigen Stand des Denkens über eine weitere Modernisierung von Schule, vor allem des Lernens. „Freinetisch denkend“ ist man hierbei leicht „der Zeit voraus“. Herr und Frau Freinet und ihre Enkelkinder sitzen gerne mit am Tisch der Veränderung. Aber kein Freinetverein oder gar eine Freinetbewegung wird hierzu eingeladen.

 

Schauen wir also der Realität des Denkens junger Lehrerinnen und Lehrer unter dem Aspekt, dass einige von uns ihnen etwas mitgeben können, ins Auge. Vielleicht gelingt hier und dort das Looking through the eye of the needle.

 

 

 

Das Selbst-Protokoll in Stichworten

 

Beliebteste Elemente des Seminars
Magicbox  als eigene Lernlandschaft gestalten . Alles über die Grundschule Harmonie - Ein alternatives Schulkonzept kennenlernen . Soziometer . Arbeit mit über 100 Büchern; Literatur bearbeiten und darüber reden können . Rollenspiel „Was lerne ich heute“  (Nachstellen realitätsnaher Situationen, Boal) . Spiel über eigene Schullaufbahn . Gesprächsrunden. Die Klausur
(Wer hierüber mehr wissen will, kann mich gerne kontaktieren)

 

Größte Distanz zum Seminar
Beschäftigung mit Grundschule. Zu wenig Bezug zur Sekundarstufe . Schreiben und Lesen lernen . Simulation Klassenrat . Diskussionsbeiträge einiger Leute . Konnte nicht die gesamte Literatur aufnehmen . Klausur . Mich auf alles einzulassen . Ständige Konzentration . Immer „meine“ Lösung zu finden . In die eigene Kindheit gehen/Kinderrechte

 

Grundschule Harmonie und andere „andere Schulen“
Es ist unabdingbar wichtig einem Beispiel wie die Grundschule Harmonie als Zeugnis einer alternativen pädagogischen Herangehensweise zu begegnen (Kommt sinngemäß in allen Klausuren vor) . Es gibt alternative Lernformen wie in Harmonie und an anderen Schulen und Umsetzung in der Praxis und Statistiken hierüber . Offenes Lernen wie an der Grundschule Harmonie bringt erfolgreichen Lerngewinn . Sie ist mit ihrer Art des Lernens eine staatliche Schule . Offenes Lernen funktioniert gut . Lärmpegel reduzieren sich beim offenen Lernen ohne „Erziehung zur Ruhe“ . Schulen wie die Grundschule Harmonie sind erfolgreich . In der Grundschule Harmonie bestimmen die Menschenrechte das Konzept der Schule . „Trotz offenem Unterricht“ werden die Bildungsziele erreicht . Herr Hövel ist überzeugt von seiner Grundschule Harmonie . Ein Konzept wie das der Grundschule Harmonie muss man kennen . Sie ist erfolgreicher als „normale“ Schulen . Ideen, wie die der Grundschule Harmonie, überzeugen mich. Wie aber geht mein Transfer? . Das Konzept beeindruckt . Das Lernen der Grundschule Harmonie funktioniert auch in der Sek 1 und 2 . Sich von bekannten und vertrauten Strukturen lösen können

 

Internationalität
Erfahrungen ausländischer Bildung sehen und kennen . Schulen im In- und Ausland(!) anschauen . Sehen, wie Schule in anderen Ländern funktioniert . Schulen anderer Länder haben etwas zu bieten . Blick auf die Vielfalt der Schulsysteme im Ausland haben, um Bildung hier verändern zu können

 

Kinder- und Menschenrechte
Es gibt die Rechte der Kinder . Kinderrechte sind Menschenrechte . Hintergründe der Entstehung von Menschen- und Kinderrechten verstehen . Ein Bewusstsein für Kinderrechte hat sich erst in der jüngeren Geschichte entwickelt . Kinder haben unveräußerliche Rechte, die auch die Schule anerkennen muss . Kinderrechte sind ein Fundament des Lernens . Achtung der Kinderrechte . Kinderparlamente

 

Lehrerinnen und Lehrer
Nicht nur die Schüler sind heterogen. Heterogenität der Lehrenden verwirklichen . Lehrkräfte sind Lernkräfte . Lehrkräfte sind keine Herren über Kinder . Lehrer begleiten Kinder zu sich selbst . Ich bin nicht die perfekte LehrerIn und weiß nicht immer wie wer lernen muss . Die Kinder lernen, wie ihr Lernen geht . Niemand weiß den perfekten Weg zum Lernen . Idealismus macht noch keinen guten Lehrerin oder Lehrer . Ich muss mich fragen, warum ein Schüler sich so verhält wie er es tut, erst dann damit umgehen .  Immer die Intention (Haltung) hinter einer Handlung hinterfragen . Die Lehrkraft muss nicht zwingend lehren . Schüler tun lassen was sie wollen, um sie zu fördern

 

Lehrerin und Lehrer, Selbstverständnis
Nicht Wissenseinpauker. Mehr Helfer, Anleiter, Wegbegleiter, Motivationspartner und Bezugsperson . Kein Helfersyndrom entwickeln . Ich muss nicht Kinder glücklich machen, ich muss die eigene Kompetenz entwickeln . Lehrer sind Lerner . Lehren was ich lernen will . Lösen von Vorstellungen des perfekten Unterrichts . Jeden Schüler als Individuum mit einem eigenen Lernweg sehen. Ihn als Individuum behandeln . Meine Praxis den Schülerinnen und Schülern anpassen .Die Wiederentdeckung der eigenen Einstellung der Offenheit gegenüber Menschen und ihrer Einzigartigkeit . Pädagogisch up-to-date bleiben, sich mit der Zeit weiter entwickeln . Lernbegeisterung vermitteln können . Ich will als Mentorin zwischen dem Lernen der Individuen und dem Fachwissen „vermitteln“ . Es muss eine Balance gefunden werden zwischen Individuum und Gemeinschaft, denn alle Individualität ist nichts, wenn man dadurch vereinsamt . Individuen sehen, respektieren, mit und von ihnen lernen, frei entfalten lassen, Meinungen akzeptieren, jeden ernst nehmen, Fehler nutzen, kooperieren, lachen können, ich selbst bleiben und sich nicht verstellen . Erkennen der Lern- und Lebenswege der Schüler, der Lerngrenzen und Lernbedürfnisse . Erforschen, was einen interessiert

 

Lehrerin oder Lehrer, das Selbst
An der eigenen Selbstfindung weiterarbeiten, nicht nur sich auf Lernende einstellen wollen .  Das eigene Glück ( als Menschenrecht!) suchen . Schaffe als Lehrerin eine Basis für dich selbst mit der du glücklich bist . Ich selbst kann Probleme hier und jetzt lösen . Alles ist möglich . Ich habe es in der Hand zu entscheiden wie ich arbeite . Nicht alles schlucken was einem zum Trinken angeboten wird . Kein Fachidiot werden . Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler nicht immer auf meine Person zu beziehen . Emotionale Distanz entwickeln, Distanz zu Einzelschicksalen bekommen . Ahnung von den eigenen Alternativen haben . Sich selbst definieren . An der eigenen Präsenz arbeiten . Selber Wahrnehmen lernen . Auch Auszeiten nehmen . Burn-out verhindern . Klarheit darüber, wie ich selbst arbeiten will und dabei von den Schülern lernen . Man kann nur so gut arbeiten wie man sich fühlt . Die eigene Neugierde erhalten . Sich die eigene Vorstellung des Lehrerseins bauen . „Geh voran und alles bleibt anders“ (Grönemeyer) . Mut . Mut machen . Vorbereitung auf Probleme, die der Beruf produziert . Geduld . Eine stabile Persönlichkeit sein . Gerecht bleiben . Nicht in feste Denkmuster verfallen . Selber sich frei schreiben . Geduld . Eine stabile Persönlichkeit sein . Bei aller Planung und Strukturierung sich selbst nicht vergessen . Ich werde nicht nur Lehrerin sein, die idealistisch und perfekt Unterricht im Lehrerjob vorbereitet, sondern der Mensch bleiben, der ich bin. Wenn ich mein Selbstbild und Selbstverständnis nicht zeige, kann ich auch andere Persönlichkeiten nicht verstehen . Ich habe meine Perspektive als Lehrerin . Selbstbewusstsein gestärkt . Ich kann nicht alles schaffen, was als Lehrerin von mir verlangt wird . Immer wissen wollen, warum ich „das“ mache  

 

Lehrerinnen und Lehrer, Eigene Geschichte
Schülerinnen und Schülern nicht Rechte verweigern, weil sie mir als Kind verwehrt wurden. Vielleicht durfte ich als Kind meine Bedürfnisse auch nicht leben . Meine eigene Kindheit wirkt sich auf mein Verhalten als Lehrer aus . Ich gebe mein vorhandenes Rechtsbewusstsein an die SchülerInnen weiter wie es ist, wenn ich nicht daran arbeite . Welch eine Rolle meine eigene Kindheits- und Familiengeschichte heute bei meinem LehrerInnendenken spielt! . Zur Wichtigkeit der eigenen Biographie: „Die Vergangenheit ist nicht tot, Sie ist nicht einmal vergangen“ (Bolland) . Den Kindern auch Rechte zugestehen, die ich nicht hat . Reflektion der eigenen Erziehung . Kinder verstehen lernen

 

Lehrerinnen und Lehrer, Eigene Kompetenzen
Mehr über Persönlichkeiten der Pädagogik erfahren und von ihnen lernen .  Ich brauche mehr pädagogisches (Fach)Wissen . Erklären was ich tue, nicht verteidigen . Den Blick für das Ganze ausbauen .  Wissen über Verhaltenspsychologie erweitern .  An der eigenen Kompetenz auf Schüler einzugehen arbeiten, um mir vertrauen zu können . Jeden Lerner verstehen können oder wollen (??) . Selber eine pädagogische Vielfalt in Verbindung mit Fachwissen beherrschen . Ich will mehr über „Kinderpsychologie“ erfahren, um vertiefender zu verstehen, wie Kinder denken und lernen . Ich will jetzt wissen wie Kinder Lesen und Schreiben lernen . Nicht streng sein, sondern verstehen . Offen für Neues in Schule und Bildung

 

Lehrerinnen und Lehrer, Haltung
Der Kopf ist rund damit die Gedanken die Richtung ändern können . Die tägliche mentale und körperliche Leistung der Schülerinnen und Schüler bewundern . Achtung vor den Lernenden . Wir sind alle Lernende . Nicht aus Idealismus arbeiten, sondern, weil es Spaß macht . Vielfältig, heterogen denken lernen . Offene Einstellung gegenüber allen Menschen . Jeder Mensch muss für sich entscheiden können wie er lernt . Jeder Mensch muss entscheiden können mit wem er lernt und unter welchen Bedingungen. Dies gilt auch für Lehrerinnen und Lehrer . Alle, unabhängig von Schichten, Geschlecht, Rasse oder Behinderung können zusammen lernen und ihre Rechte durchsetzen . Stärker für eine demokratische Auffassung einstehen und eintreten . Kinder sind das Wichtigste was wir haben. Kinder sind unsere Zukunft . Jeder hat das Recht heil zu bleiben . Einstellung zum „Verstehenwollen“

 

Lehrerinnen und Lehrer, Handeln
Konstruieren einer eigenen Idee - aus dem scheinbaren Nichts - durch eigenes Handeln - macht bewusst, dass man viel durch eigene Ideen schaffen kann . Reflektion des eigenen Handeln . Man lernt durch Anwenden und Erleben . Mehr Selbstsicherheit bei Dingen, die ich (noch) nicht kann

 

Lehrerinnen und Lehrer, Verhältnis unter einander
Andere Ideen zulassen können . Maximaler Konsens ist möglich . Allzu leichten, alltäglichen „Lösungen“ für komplexe Probleme misstrauen . Auch Lehrer sind heterogen . Sie müssen nicht können was ich kann, ich muss nicht können, was sie können

 

Lernen, offenes und allgemeine
Lernen findet immer statt . Lernen funktioniert auch auf andere Art . Lernen funktioniert, wenn die Lernenden das Wissen selbst erfahren . Lernen läuft unterschiedlich ab . Lernautonomie und Selbstbestimmung, Vielfalt nutzen . Kinderrechte sind wichtig . Wissenshunger wird durch Wissensdurst ausgelöst . Spielend lernen ist wichtig . Kein Mensch soll dir vorschreiben, was du lernen musst, kannst oder sollst . Die Gedanken sind frei. Diese Freiheit nicht hemmen, sondern fördern . Menschen lernen von selbst. Keine Lerneinheiten aufzwingen . Kinder lernen auch Themen der Bildungspläne alleine . Ich würde mein Kind gerne auf eine Schule schicken, die seine Neugierde fördert und nicht auslöscht . Eigene Schwächen als Vorteil nutzen . Forschen ist Lernen . Die Freiheit zu lernen fordert das Lernen . Das Pferd trinkt erst, wenn es Durst hat . Offenes Lernen braucht Methoden . Sinnvolle Methoden finden sich beim eigenen Lernen von selbst . Du brauchst nicht immer für alles einen fertigen Plan. Offenes  Herangehen lässt dich mehr sehen . Inklusion ist Voraussetzung und Produkt . Lernen will Selbstständigkeit . Alle(!) Themen haben Lerninhalte . Das Wissen nutzen . Ich will mehr darüber wissen wie offenes Lernen geht . In jedem Alter kann die Wahrnehmung als Voraussetzung zum Lernen geschult werden . Menschen lernen durch Philosophieren . Lernbegeisterung gegen Langeweile . Mit Spaß lässt es sich besser lernen . Andere werden beim offenen Lernen schnell offen für Anderes . Mit Ästethik arbeiten . Lerngelegenheiten schaffen Lernreize . Lernen bedeutet Forschungsfragen zu entwickeln

 

Lernen, Individualisiertes
Individualisierung braucht nicht einen Lehrer pro Lerner . Jedes Individuum ist einzigartig und bereichert das Lernen . Man kann auch lernen, indem man selbst entscheidet, was, wann, wo, …man lernt . Individuelle Förderung gilt für alle . Individualität anerkennen und damit arbeiten . Kinder in ihrer Individualität wahrnehmen setzt Vertrauen in ihre Fähigkeiten voraus . Für jedes Thema gibt es unzählbare Zugänge . Achtung der Heterogenität . Individualität anerkennen und damit arbeiten

 

Lernen, Kooperatives
Es gibt kein Lernen ohne Gemeinschaft und keine Gemeinschaft ohne die Lernenden . Wissen in der Gruppe verknüpfen . Kooperatives vernetztes Lernen ist sinnvoll . Gemeinschaft statt Ausgrenzung . Lernen braucht Verbindungen und Vernetzungen . Wissen vernetzen

 

Lernen mit Rollenspiel
Erlebendes oder Rollen spielendes Lernen fördern durch die eigene Erfahrung das Verstehen und Vernetzen

 

Lernbedingungen/Lernumgebungen/Lerngelegenheiten schaffen
Jahrgangs übergreifendes Lernen . Strukturierte und organisierte Lernumgebung haben (???) . Der Lernraum ist nicht auf den Klassenraum beschränkt . Auseinandersetzung mit Lernumgebung . Auseinandersetzung mit eigenen Ansichten und Verknüpfung zu anderen Lernlandschaften . Lernräume individuell gestalten und miteinander verbinden

 

Lernen, „Fremd“sprachen
Englischlernen durch selbsterleben von Rollenspiel und Themenabende an der GS Harmonie . Kinder lernen Sprachen anders. Sie „erschließen“ sie sich . Kinder erschließen sich Sprachen selbst (Nichts gegen gezielte Unterstützung!) . Rollenspiele wie „das englische Dorf“ im Englischunterricht nutzen . Soziometer als Mittel des Fremdsprachenlernens

 

Leistung
Den Drang zu einem Leistungsverständnis des „Immer mehr“ in Richtung „Elite“ mindern . Noten sind kein Maßstab für eine Bewertung . „Noten sind die „Prügelstrafe“ von heute . Der Druck gute Noten zu haben, immer schneller, höher und weiter zu springen, schränkt die individuellen Bedürfnisse ein und führt dazu, sich neuen Dingen zu verschließen . Offenes, eigenes Lernen lässt kein Nicht-Leisten zu

 

Leistung,Die  eigene Leistung einschätzen, Kriterien der Studies (im Seminar)
Miteinander über die Arbeit, die Haltung und das eigene Handeln reden und diskutieren . Übungen an sich selbst erproben. Sich selbst einbringen . Das gemeinsame Lernen voranbringen . Menschenrechte sehen . Konkretes Arbeiten zur Sinnfindung und zum Verstehen nutzten . Glück (als Menschenrecht und individuell) finden . Eigene Lernwilligkeit pflegen . Offenheit spüren . Zusammen arbeiten . Neugierde haben . Kritikfähig sein . Eigene Eigenaktivität entwickeln. Kooperationsfähig werden . Mit freiem Ausdruck lernen . Themen finden, die für einen selbst interessant sind . Eigenreflektion . Das Lernen verstehen . Sich denkend in Sprache ausdrücken . Aufmerksamkeit . Eigene Tiefen erfahren . Spaß,  Motivation und Liebe am Arbeiten haben . Neue Denkwege finden . Eigene Schlüsse aus Konzepten ziehen . Frei nachdenken . Alle Zugänge zu Wissen, Erfahrungen und Erlebnissen nutzen . Neue Impulse in sich selbst spüren . Auf Unbekanntes einlassen . Methoden sammeln . Präsentieren können . Sprechen . Selber lernen können . Verantwortung übernehmen . Eigene Schwächen entdecken . Eigene Meinung sagen . Informationen für die eigene Arbeit nutzbar machen . Von nur idealistischen Ansichten abkommen . Den Fokus mehr auf die Interessen der Menschen legen . Inhalt und Form sehen können . Nicht ausweichen . Lernen durch Verbindung mit praktischer Erfahrung . Menschen begegnen . Geschichten hören . Mit Freunden arbeiten . Leiten können . Fragen haben. Konstruktiv sein . Über die eigene Biographie nachdenken . Zuhören können

 

Schülerinnen und Schüler
Heterogenität der Lernenden zur Grundlage der Arbeit machen . Sie brauchen keine autoritär führenden Lehrkräfte . Sie sollten die eigenen Fragen auf eigenen Lernwegen erschließen . Kinder können sich schon selbst Lesen und Schreiben beibringen . Welch eine intrinsische Motivation Kinder zum eigenen Lernen haben . Sie müssen nicht nach Alter sortiert sein . Sie können die Welt selbstständig entdecken . Kinder setzen sich mit dem Tod auseinander . Kinder besitzen Empathie . Schülerinnen und Schüler suchen den Weg zu ihren Informationen, Erkenntnissen und Ergebnissen selbst! Dadurch erlangen sie Handlungswissen . Sie haben das Können sich frei zu entscheiden was sie lernen . Schülerinnen und Schüler sollen ihren eigenen Fragen an die Welt nachgehen

 

Schülerinnen und Schüler, „Störungen“/„Problem“kinder
Professionelle Lösungen für so genannte „Problemfälle“ finden. Kapieren, dass die, die sich nicht anpassen, so wertvoll sind wie die, die sich anpassen . Schüler, die sich Schule und Erziehung wiedersetzten, sind nicht blöd . Auch Schülerinnen und Schüler, die sich außerhalb der Regeln verhalten,  wollen (können) verstanden werden . Nicht alle Hintergründe aller Handlungen oder Reaktionen werden offensichtlich . Schülerinnen und Schüler haben eine eigene „Entwicklungspsychologie“ und können daher frei lernen . Sie können mehr als man denkt . Wenn sie lernen möchten, werden sie es tun . Viele Kinder haben schwer erziehbare Eltern . Umgang mit Eltern-, Schüler-, „Störungen“ lernen. Den Blick auf die „Störung“ verändern . Konfliktbewältigung positiv gestalten . Konflikte und Hindernisse aushalten können . „LRS“ oder Dyskalkulie sind keine Krankheiten, sondern basieren auf anderen Grundlagen

 

Schülerinnen und Schüler, mehr über sie wissen
Sie niemals unterschätzen, da ihre Eigenproduktionen besser als meine beste Ausarbeitung sein können . Sie ernst nehmen und dadurch fördern . Sie brauchen Unversehrtheit zur eigenen Entwicklung und Entfaltung . Sie wollen verstanden werden . Mehr Verstehen der verschiedenen Schülerinnen und Schüler und ihrer Probleme

 

Schülerinnen und Schülern, Verhältnis zu ihnen
Gemeinsamen Weg des Lernens mit den Lernern finden . Miteinander . Kooperation mit Schülerinnen und Schülern . demokratischer Austausch . Kinder bringen so viel Neugierde und Motivation mit, dass der „klassische“ Lehrer in seiner heutigen Form im Grunde nicht gebraucht wird . Selbständiges Lernen der Schülerinnen und Schüler erleichtert die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer . Wertschätzung aller bis ins Detail . Kinder nicht ausfragen um Herrschaftswissen und Macht über sie zu erhalten . Fragen so stellen, dass andere sich nicht schlecht fühlen . Hineinversetzen in das Denken und Fühlen der Schülerinnen und Schüler . Auflösen des Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Lernenden und Lehrenden . Das Lernen mit und von Kindern . Schülerinnen und Schüler so unterstützen, wie sie es wollen . Konflikte selbst lösen lassen, individualisiertes Verstehen . Das „Magicbox-Prinzip zum individuellem Gestalten von Persönlichkeitsäußerungen

 

Schule
Schule soll und muss umgestaltet werden . Umdenken ist nötig . Sie kann anders funktionieren als heute . Sie muss anders sein . Sie ist nicht zum Anpassen da. Sie soll sich an die Klienten anpassen . Sich mit Schule auseinandersetzen . Wie weit weg sind die weiterführenden Schulen von der pädagogischen Entwicklung der Grundschulen und Kindergärten! Weiterführende Schulen profitieren von der Arbeit der Grundschulen mit offenen Ansätzen . In einer lockeren Atmosphäre entstehen bessere Produkte als unter Zwang (der Schule) . Durch Austausch entstehen neue Konzepte, Veränderungen, neue Patchworke . Schule ist veränderbar . „Die Erde (Schule) wird nicht besser nur weil sie sich dreht“ (Blumentopf) . Schule weiter entwickeln . Das Anpassen an gesellschaftliche Zielvorstellungen verhilft nicht zu einer eigenen, sondern zu einer „passenden“ Identität . Die Zukunft der Schule entwickelt sich hin zum Beschreiten des eigenen Lernwegs . Schule anders denken . Schule soll nicht schichten, sondern Lernen öffnen, für alles und jeden . Schule funktioniert besser, wenn sie individualisiert, selbstständig lernen lässt, Lernprozesse selbst bestimmt werden .  Wandel von Schule und Gesellschaft kann ich mitgestalten

 

Schulen, heterogene
Eine Schule für Alle (Schule ohne Selektion) braucht auch die Heterogenität von Schulsystemen, Schulformen und Lernarten . Für eine heterogene Gesellschaft braucht man eigentlich ein heterogenes Bildungswesen (wieder ist nicht die Selektion gemeint) . Es soll verschiedene Schulen, aber für die Vielfalt des individuellen Lernens geben . Ausdrucksweisen des Lernens finden, um der Heterogenität gerecht zu werden

 

Studium
Ich studiere mit einigen Studenten zusammen, die ihre Zweifel an offenen Lehr und Lernformen haben und klassischen Unterricht bevorzugen . Das starre, durch die Uni vermittelte Denken, hinterfragen . Ich war als angehende Grundschullehrerin geschockt, dass die Studies der Sekundarstufen keine (!) Ahnung vom Schreib-Lese-Lern- Prozess zu haben scheinen . Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer brauchen zum eigenen Lernen auch Lehrer aus der Praxis, die herumgekommen sind, Menschen mit Passion und Realitätserfahrung . Die Lehrerausbildung muss mehr die Sicht der Schüler einnehmen

 

Systeme
Nicht gegen das System kämpfen um zu beweisen, dass man besser ist.  Die Systeme durch die eigene demokratische Praxis verändern. Offene Systeme funktionieren auch innerhalb geschlossener Systeme . Sich nicht dem System anpassen. Das System passend machen . Nicht alleine gegen das System vorgehen . Es gibt nicht das eine Rezept, die eine Methode

 

Teamarbeit/Austausch/Kooperation
Gegen Vereinsamung im Team arbeiten . Teamarbeit gegen die eigene Isolation . Wissen, was man mit wem will und erreichen kann oder nicht .  Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die für das Kindeswohl und die Intelligenz kämpfen . Durch Austausch entstehen neue Konzepte, Veränderungen, neue Patchworke .  Gemeinsame Wege des Lernens finden . Zusammenarbeiten mit Kollegen . Kooperation suchen . Kreative Gruppenarbeit . Von Freunden, aber auch von Fremden lernen . Ich fühle mich gestärkt in meinen Ansichten . Neue Ideen zum offenen Lernen

 

Übergänge
Ich möchte Bereiche  der freien Themenwahl wie an der Grundschule Harmonie in meinen Unterricht an der Sek 1 integrieren . Die entwickelte pädagogische Arbeit des Kindergarten und der Grundschule ebnen den Weg für die spätere Schullaufbahn

 

Von den Teilnehmenden genannten Rechte
Auf körperliche und geistige Unversehrtheit (13mal ) . Freie Entfaltung der Persönlichkeit (7mal) Alle Rechte sind gleich wichtig (6mal) . Meinungsfreiheit . Die Würde des Menschen ist unantastbar (4mal) . Bildung (3mal) . Selbstbestimmung . Auf elterliche Fürsorge, Familie (2mal) . Achtung eines jeden Menschen jeden Alters . Freiheit . Lernen . Individuelle Talente . Anerkennung als Mensch . einen Namen und Staatsangehörigkeit . Ernährung . Leben . Gedankenfreiheit . Überzeugungen . Heterogenität . Entscheidungsfreiheit . Gesundheit

 

Zum Beruf
Der Lehrberuf ist ein Lernberuf . Ich werde es schwer haben im Balanceakt zwischen individualisiertem Unterricht und den Vorgaben des starren Bildungssystem . Paradox von Pädagogik und Lehrkraftsein überwinden . Die eigene Gesundheit und die eigenen Fähigkeiten sind wichtig für den Berufsweg . Nicht stillstehen, an sich arbeiten . Bleibe nicht an einer Schule, an der es dir nicht gefällt . Meine Fächer dienen der Verwirklichung jedes einzelnen. Sie sind also ein Werkzeug und nicht der hauptsächliche Unterrichtsinhalt

 

 

 

Die im Seminar bevorzugte Literaturauswahl der Teilnehmenden
(aus einem Angebot von weit über 100 Büchern und Zeitschriften, in der Reihenfolge der Nennungen)
„Der Baum der Erkenntnis  für Kinder und Jugendliche im Alter von 1 – 16 Jahren, Berger Bremen . Watzlawick, „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“  . Tahan, „Beremis, der Zahlenkünstler“ . Stähling, „Du gehörst zu uns“ . Lütz, „ Irre! Wir behandeln die Falschen“ . Oberdorfer, „Phänomenale Mathe-Magie“ . Hövel, Vom Lernenlernen der Kinder . Wujec, „Salto Mentale“ . Dawkins, „Der Zauber der Wirklichkeit“ . Miller, „Das Drama des begabten Kindes“ . Eichholz, „Die Rechte des Kindes“ . Thoms, „Alle mittendrin“ . Aitmatow, „Der erste Lehrer“ . Hagstedt/Krauth, „Lernwerkstätten, Potentiale für Schulen von morgen“. Devlin, „Muster der Mathematik“ . Hövel, „Kinderrechte und Freinet“ . Korbmacher, „Ghettokids“ . Freigeist, „leo tolstoj der reformpädagoge“ . Largo, „Schülerjahre“ . Bolland, „Eigene Selbstfindung von Lernpersonen“ . Stähling, Wenders,“Ungehorsam im Schuldienst“ . Schneider, „Gelingende Schulen“ . Papenfuss, „Lernen geht auch anders“. Hering/Hövel, „Immer noch der Zeit voraus“ . Boer/Burk/Heinzel, „Lehren und Lernen in jahrgangsgemischten Klassen“ . Peschel, „ Offener Unterricht“ . Jesper Juul, „Aggressionen“ . Ruf, Gallin, „Sprache und Mathematik“ . Göndör, „Festschrift, …hier lerne ich was ich will. Grundschule Harmonie“ . Hampden-Turner „Modelle des Menschen“ . Postman, „Das Verschwinden der Kindheit“ . Stadelmann, „Sprachunterricht im Dienste einer mehrsprachigen Bildung“ . „Authentische Berichte“ in den „Fragen und Versuchen“, der Zeitschrift der Freinetlehrerinnen und Freinetlehrer . Calvert/Jacobi, „forschendes Lernen, Haben Kakteen Berührungsängste?“, Miller, „Das goldene Gehirn“ .
Leider konnte ich folgende angegebenen Stichworte nicht in eine Literaturangabe rekonstruieren: „Mehrsprachigkeit“ .  „Orangen (Fokusierung)“ . „Preis zum Frühwarnsystem“ . „Verschiedene Unterrichtsmodelle“ .