Henrieke Schiemann
Gründe für Alters gemischtes Lernen

 

 

 

Kontinuität

 

Jahrgangsübergreifende Lerngruppen bieten ein hohes Maß an sozialer Kontinuität. Stigmatisierungen, wie sie durch Zurückstellungen oder Klassenwiederholungen entstehen. Sie werden in entsprechend organisierten jahrgangsübergreifenden Modellen vermieden. Es gibt nicht mehr das Aufrücken in eine weiterführende Gruppe, sondern Gruppen können der eigenen Weiterentwicklung dienen.

 

 

 

Mit- und voneinander Lernen

 

Kinder mit unterschiedlichen Kompetenzen arbeiten gemeinsam an Themen und Projekten. Didaktische und soziale Lerngelegenheiten werden so über die Erfahrung des gegenseitigen Helfens und den Austausch sowie das Zusammentragen von Kenntnissen und Wissen miteinander verknüpft.

 

 

 

Statusveränderung

 

Die Position der Kinder innerhalb ihrer Lerngruppe verändert sich. „Entsprechend ihrer Entwicklung verändert sich ihr Status in der Lerngruppe, indem sie einmal jüngstes und einmal ältestes, Hilfe annehmendes oder Hilfe gebendes Kind sind“ (Kucharz/Wagener

 

2007, 12)

 

 

 

Rollenzuschreibungen

 

Da die Gruppenzusammensetzung sich in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen in der Regel jährlich ändert, durch neu hinzukommende und die Gruppe verlassende Kinder, können sich Rollenzuschreibungen wie Klassenclown, Heulsuse oder Streber, nicht in dem Ausmaß verfestigen, wie es unter Umständen in Jahrgangsklassen geschieht.

 

 

 

Entlastung

 

Am Schulanfang kann die jahrgangsübergreifende Lerngruppe, in der schon bewährte Rituale, Regeln und Arbeitsformen existieren den Schulneuling Orientierung bieten. Eine verlässliche Gruppenstruktur entlastet Kinder und LehrerInnen von der Situation

 

alles zugleich neu aushandeln zu müssen.

 

 

 

 

 

Soziale Sicherheit

 

 

 

Austausch der Kompetenzen

 

 

 

Lehrling – Geselle – Meister

 

 

 

neue Chancen

 

 

 

Orientierung

 

 

 

 

 

Lernen durch Lehren

 

In altersgemischten Lerngruppen entstehen häufig Situationen, in denen Kinder ihr Wissen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an andere Kinder vermitteln. Dadurch werden Kinder dazu veranlasst „als Multiplikatoren ihnen entsprechende Vermittlungsstrategien zu

 

entwickeln, d.h. Inhalte didaktisch zu reduzieren, neu zu ordnen und zu strukturieren“ (Kucharz/Wagener 2007, 12). In ihrer Funktion als Lernhelfer lernen sie das Lernen auch für sich selbst.

 

 

 

Differenzierung und Individualisierung

 

Im jahrgangsübergreifenden Unterricht ist Differenzierung selbstverständliche Vorraussetzung für das Lernen. Es ist normal verschieden zu sein und es ist normal, dass jedes Kind entsprechend seiner Voraussetzungen und Möglichkeiten, in seinem Tempo und an den für das jeweilige Kind wichtigen Lerninhalten arbeitet.

 

 

 

Klassen übergreifendes Arbeiten - Öffnung der Schule

 

Altersgemischtes Lernen reduziert die Zahl der potentiellen altersgleichen Mitarbeiterinnen, um z. B. einen Partner für das selbst gewählte Thema zu finden. Diese sind in anderen Klassen zu finden. Die Kommunikation zwischen den Klassen wird gefördert. Die Identifikation mit der Schule als Ganzes steigt.

 

 

 

Als Lehrerin den Einzelnen besser sehen

 

Es ist für die Lehrerin leichter, sich auf die Anfangsentwicklungen von 5-7 Erstklässler zu konzentrieren. Die Gewissheit „Nie mehr 30 Erstklässler“ entstresst. Auch den „Schulabgängern“ können wir gerechter werden.

 

 

 

Bereicherung der Teamarbeit

 

Alle Lehrerinnen sind in vergleichbaren Lern- und Lehrsituationen.

 

Es gibt mehr Gründe und Inhalte um mit einander zu reden.

 

 

 

Lernende Klasse

 

Ein altersgemischter Kreis bietet mehr Vielfalt, Komplexität

 

und überraschende Lerneffekte.

 

 

 

 

 

Das Kind muss Methode haben“

 

(Bertold Otto,1900)

 

 

 

 

 

Und lernt noch mehr als Didaktiker

 

 

 

Verschiedenheit ist Normalität

 

 

 

Über die eigene Klasse hinaus denken

 

 

 

Der Besonderheit jedes Menschen gerecht werden

 

 

 

Unsere Struktur ist die Verschiedenheit des Lernens jedes Menschen“

 

Walter Hövel