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In der Fragen und Versuche 176

 

erschien 2021 folgender Artikel:

 



 

Jochen Hering, Walter Hövel

 

wenn man falsch anfängt, dann wird die Sprache nicht genug entwickelt...

 

Eine Collage aus einem Interview

 

Über die Pädagogik von Elise und Célestin Freinet

 



 

Jochen Hering und Walter Hövel fuhren im Juli 1995 mit einer Übersetzerin nach Rennes in die Bretagne. Die Idee und die Übersetzerin waren Jochens Werk. Wir wollten Paul le Bohec interviewen. Wir wurden von Paul freundlich in seinem Haus begrüßt. Er servierte uns Tee, obwohl er sagte, er wisse nicht wie das geht. Seine Frau Jeanette wäre nicht da.

 

Während des Interviews und Paul redete, fragte mich die Dolmetscherin, ob sie noch weiter laut übersetzen solle. Sie hätte es schon längere Zeit nicht mehr übersetzt.

 

Ein paar Jahre später war Paul bei uns zu Hause. Er besuchte auch die Schule in Harmonie. Meine Konrektor Marion und „meine“ Frau Uschi übersetzten deutsch-französisch. Aber sie waren beide nicht da, als ich mich einige Stunden mit Paul über Jürgen Reichens Methoden unterhalten musste. Ich konnte nur Rheinisch, Deutsch, Englisch und ein bisschen Latein, er nur Bretonisch, Französisch und Spanisch.

 

Ich hatte Paul beide Male verstanden als er französisch sprach.

 

Später als wir das Buch „Immer noch der Zeit voraus“ machten, stellte Jochen fest, dass wir die Übersetzung nicht brauchen konnten. Paul sprach zu „doppeldeutig“. Er war ein Meister der Sprache. Mit der wörtlichen Übersetzung kam nicht rüber, was Paul gesagt hatte.

 

Wir haben lange überlegt, welche Lösung wir finden sollten. Wir wollten das tolle Interview unbedingt im Buch haben. So übersetzte ich, der kein Französisch konnte, mithilfe der (unbrauchbaren) Übersetzung und meiner Erinnerung. Ich glaubte Paul verstanden zu haben.

 

Heute weiß ich, dass Pauls Aussagen mit ihm überein stimmten. Das Interview wurde zur Collage. Paul wurde mein Leitbild.

 



 

Es folgt dann der Text aus „Immer noch der Zeit voraus“: https://freinet-kooperative.de/wp-content/uploads/2016/12/Immer_noch_der_Zeit_voraus.pdf S. 132 ff