STECKBRIEF DER GRUNDSCHULE HARMONIE
Dr. Falko Peschel

 

 

 

Die GS Harmonie versteht sich als von Lehrern und Kindern selbstverantwortete Schule und stellt durch ihr besonderes Schulprofil nicht nur im Rhein-Sieg-Kreis, sondern auch überregional eine besonders innovative Regelschule dar (Endausscheidung Deutscher Schulpreis, Gütesiegel „Individuelle Förderung“ des Landes NRW, ständige Zusammenarbeit mit Universitäten des In- und Auslandes, Comeniusschule, Teilnahme an nationalen und internationalen Projekten, tägliche Hospitationen von Studierenden, Lehrern, Kollegien, etc.).

 

Die Erfolge der GS Harmonie in Bezug auf Übergangsquoten und Vergleichsarbeiten sind beachtlich – und das bei einer Klientel von Kindern, von der in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen behauptet wird, dass sie nur unter enger Anleitung im Lehrgang lernen könnte.

 

Demokratie wird an der GS Harmonie nicht nur geschult, sondern auch praktiziert: Kinder und Eltern können die Lerngruppe mitbestimmen, die sie besuchen wollen. Daher gibt es weder Jahrgangsklassen noch nach einem bestimmten Modell zusammengestellte jahrgangsübergreifende Klassen. Die Altersmischung ist in jeder Lerngruppe anders. Die Kinder dürfen auf dem ganzen Schulgelände arbeiten, vom Büro des Schulleiters über das Lehrerzimmer bis hin zum Schulgarten. Sie dürfen die Lerngruppen in der Regel jederzeit wechseln und auch eigene Lerngruppen bilden. Zusätzlich finden parallel zum Lernen in der Lerngruppe ständig verschiedene Zusatzangebote statt (Gottesdienst, Schulchor, Projekte von Praktikanten, Exkursionen, etc.).

 

An die Stelle einer Schulleitung, die Fach-, Kind-, Lehrerverteilungen oder Vertretungen regelt, tritt die Selbstverantwortung des Kollegiums, das sich jeden Tag vor Schulbeginn zu einer Dienstbesprechung trifft, in der organisatorische und pädagogische Belange abgesprochen werden. Es gibt keine Stundenpläne, Facheinteilungen und Pausensignale. Jeder Lehrer ist als Klassenlehrer für seine Lerngruppe und die Abdeckung der Stundentafel verantwortliche – was Tauschabsprachen und den Einbezug anderer Experten, Eltern, Helfern nicht ausschließt. Jeder Lehrer übernimmt zusätzlich Verantwortung durch einen von ihm betreuten Schwerpunkt (Fördervereinskontakt, Statistikerstellung, Lehramtsanwärterausbildung, etc.). Einmal pro Woche wird gemeinsam in einer zusätzlichen Konferenz inhaltlich an gemeinsam bestimmten Themen gearbeitet. Eine Evaluation erfolgt über Netzwerktreffen mit befreundeten Schulen, Einladen von Experten, Rückmeldungen von Besuchern, Eigenevaluation, etc.

 

Analog tritt an die Stelle eines Lehrer, der Fachinhalt und Lernwege über Lehrgänge, Materialien oder anderes vorgibt, die Selbstverantwortung der Kinder, die sich jeden Tag zu Schulbeginn nach dem offenen Anfang zu einer Besprechung im Kreis treffen, in der sieihre Arbeitsvorhaben nennen bzw. absprechen. Dabei arbeiten sie in der Hochform ganz selbstverantwortlich mittels freier Eigenproduktionen an eigenen Themen aller Fächer.

 

Eine niedrigere Form wäre die verbindliche Absprache bestimmter Inhalte über Lernverträge oder Aushandlungen mit dem Lehrer. Die entsprechenden Arbeiten werden dann in weiteren thematischen Zielen oder fachlich gebundenen Kreistreffen (Dichterlesung, Mathematikkonferenz, Forscherpräsentation) über die Tage hinweg oder am Tagesende gegenseitig vorgestellt. Eine Evaluation erfolgt über die Eigenproduktionen (Portfolio), normierte Überforderungstests, Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen etc.

 

Jeden Morgen trifft sich die Schulgemeinschaft zu einem Wochenanfangstreffen, alle zwei Wochen zu einer Schulversammlung, in der man sich auf dieser Ebene gegenseitig Vorträge, Geschichten, Experimente, Akrobatik, usw. präsentiert. Jedes Kind übernimmt zusätzlich Verantwortung durch die basisdemokratische Selbstregierung der Klasse, d.h. alle Belange der Gemeinschaft (unterrichtliche und soziale!) werden gemeinsam in Selbstverantwortung angegangen. Einmal pro Woche treffen sich zusätzlich zwei gewählte Kinder jeder Klasse im Kinderparlament, wo sie mit einigen gewählten Lehrern Belange der Schule besprechen und beschließen.