Walter Hövel

Ganzheitliches Lernen und Gesundheit

an der Grundschule Harmonie

Geschrieben anlässlich der Notwendigkeit die Tauglichkeit der eigenen Schule für die kostenlose Ausgabe von Obst an Grundschulkinder durch die Regierung erst begründen zu müssen

 

Unter Harmonie (lat.-gr. harmonia, Zusammenfügung, Einklang) versteht man die teilweise bis weitgehende Übereinstimmung und Beschränkung in den aufbauenden Grundelementen zweier oder mehrerer Systeme bzw. Systembereiche. Harmonie ist eine eher im Verborgenen bzw. in tiefer liegenden aufbauenden Strukturen feststellbare Übereinstimmung, die auf diesem Weg indirekt in weiten äußeren Bereichen erfahrbar wird. Die gemeinsame Verwendung und die Beschränkung ruft bezogen auf die gesamte Erscheinung ein Gefühl von entwickelter und ausgeglichener Einfachheit hervor. Daher ist Harmonie auch Abwesenheit (innerer) Konflikte. Dies wird von einer wahrnehmenden Instanz als angenehm bzw. ästhetischschön empfunden. Denn die tiefere Übereinstimmung und Einfachheit lässt sich leicht abbilden, ohne dass das Maß des Wahrgenommenen gemindert wird.

 

Altersgemischtes Lernen

Die Europaschule Harmonie ist eine Schule für Kinder vom 5. bis zum 11.Lebensjahr.Wir liegen im westlichen Teil der 20.000-Seelen-Gemeinde Eitorf. Unsere Schule, als zweizügige Schule geplant, beheimatet in jeder unserer acht Klassen alle Jahrgänge vom ersten bis zumvierten Schuljahr.

 

Ein kinderfreundliches Schulhaus

Sie liegt ein paar hundert Meter vom Ufer der Sieg,zwischen einem Neubaugebiet und der alten Schule, die in den 70iger Jahren geschlossen wurde. Im Ortsteil „Harmonie“, einer alten Bergbausiedlungwurde die Schule1995 als ein Bungalow ähnlicher Bau mit viel Licht, Stein, Holz und Glas mit einem großen Forum und einem anschließenden Theater-und Musikraum gebaut. Hugo Kückelhaus’ Vorstellung von Schulgebäuden diente dem Architekt als Vorbild.

 

Schule mit Abenteuergelände

In Eigeninitiative der Kinder, Eltern, Lehrerinnenund Lehrer schufen wir um unser Gebäude eingroßes Schulgelände als Abenteuerlandschaft. Im Jahre 2000 erhielten wir hierfür den Umweltpreis des Rhein-Siege-Kreises und wurden Umweltkontaktschule. Heute sind 180 Kinder in unserer Schule, von denen über ein Drittel ausanderen Gemeinden zu uns kommt.

 

Nicht nur Lehrer...

An der Schule arbeiten neun Lehrerinnen und Lehrer mit voller Stundenzahl, zwei weitere mit wenigenStunden. Eine der Kolleginnen ist Sonderpädagogin mit Schwerpunkt Sprache, eine weitere ausgebildete Sozialpädagogin und Erzieherin. Unserem Team gehören des Weiteren fünf Lehramtsanwärterinnen, bis zu acht Lernassistenten und fünf pädagogische Mitarbeiterinnenim Nachmittagsbereich. An zwei Tagen in der Woche arbeiten fünf Studentinnen des Studienganges „Entwicklung und Inklusion“ der Uni Siegen mit uns. Zudem haben wir zwei Künstler eingestellt, die unseren Kunst-und Kreativbereich betreuen, zwei Küchenkräfte und einen Computernetz- und Medienverantwortlichen. Hinzu kommt noch einmal eine große Zahl von Praktikanten aus Schulen und Universitäten. Insgesamt arbeiten über 30 Erwachsene ohne die vielen helfenden Eltern, Praktikanten und Hospitanten in unserem Haus des Lernens. Uns gelang es Erwachsene als Assistenten oder Betreuer zu gewinnen, die verschiedene Qualifikationen mitbrachten, die wir in unseren Lernalltag einbauen. So gibt es Menschen, die z.B. Türkisch, Romanes(!) oder Spanisch mit Kindern sprechen können und so im besondern Maße ihr Lernen unterstützen können. Eltern unserer Schule bieten Stunden an, in denen aktuell Spanisch, Türkisch Französisch, Gitarrenunterricht, Stricken, Meditation und Entspannungsübungen, und Drucken angeboten werden.

 

Die Schule lernt von und mit anderen.

Wir kooperieren seit vielen Jahren mit vielen Schulen und der Lehrerausbildung des Inlands und des europäischen Auslands, so dass wir ständig von anderen lernen. Dies geschieht in gegenseitigen Besuchen, wie etwa bei „Blick über den Zaun“, eine Organisation deutscher Reformschulen, dem Excellenzforum des Deutschen Schulpreises, mit zwei englischen Partnerschulen, den Comeniuspartnernin Europa, wöchentlich bei uns hospitierenden Gästen und vielen Vorträgen und Seminare, die wir an z.B. an Unis und Fortbildungsinstituten anbieten können. Wir wurden 2009 als Europaschule zertifiziert.

 

Ein besonderes ganzheitliches pädagogisches Konzept

Die Eltern nehmen Fahrtwege bis zu 40 km täglich in Kauf, um ihre Kinder in Rahmen unseres besonderen ganzheitlichen, pädagogischen Konzeptsbilden und sich entwickeln zu lassen.So sind wir eine Schule, die vom Lernen jedes einzelnen Kindes ausgehend, ganzheitlich denkt. Lernen, Bewegung, Denken, Gesundheit, Lachen, Ernährung, Entspannung, Miteinander, Demokratie und Leistung gehören bei uns zusammen.

 

Zuverlässige Schule

Als staatliche Schule bieten wir auf der Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen eine Schule an, die morgens um 7 Uhr ihre Türen öffnet, um 8 Uhr mit den Planungskreisen der Kinder beginnt. Sie endet um 12.30 Uhr und für die 80 Ganztagskinder um 15 Uhr. Unsere Schule ist immer zuverlässig und schickt und schickte Kinder seit unserem Bestehen nie wegen „Unterrichtsausfalls“ nach Hause.

 

Lernen in eigenerBewegung

Die Kinder unserer Schule lernen im ganzen Schulgebäude und im Sommer auch im gesamten Schulgelände. Wenn sie entschieden haben an was und mit wem sie arbeiten, suchen sie ihren passenden Arbeitsplatz aus. Das kann in der Klasse, im Flur, im Gelände, im Lehrerinnenzimmer im Forum oder einem unserer Angebotsräume sein. Sie müssen nicht „in der Bank“ oder „an ihrem Platz“ sitzen. Sie können sich immer, in ihrer Klasse im Gebäude und im Schulgelände bewegen. Sie entscheiden, ob sie im Liegen, Sitzen, Stehen oder Gehen schreiben.

 

Zuerst selbst das eigene Lernen bestimmen

Sie können ganz alleine arbeiten, sich aber auch mit anderen Kindern oder einem von ihnen ausgesuchtem Erwachsenen lernen. Entscheidend ist, dass sie zu allererst selbst entscheiden lernen, was sie arbeiten. Dies knüpft an die pädagogischen Traditionen von Elise und Celestin Freinet, John Dewey und Paul Geheeb an. Dazu können sie sich ihre „eigenen Lehrmeister“ im Rahmen unserer wöchentlichen Vorlesung, unserer monatlichen Kinderuni, unserem wöchentlichen „Adam-Riese-Kreis, bei den Angebote der Lehramtsanwärterinnen, der Studentinnen der Uni-Seminare, die auch in unserem Haus stattfinden, bei Angeboten eingeladener Experten, unserer Eltern oder der Praktikantinnen und Praktikanten, aussuchen. Hier orientieren wir uns an Martin Wagenscheins Vorarbeit und an der Pädagogik der Bauhausschule.

 

Lehrerinnen und Lehrer lernen nie aus

Wir Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in engster Kooperation. Jeder Tag beginnt mit einer gemeinsamen Frühkonferenz, in der alle Dinge des Tages und das pädagogische Leben der Schule besprochen werden, bis hin zur Auseinandersetzung mit Theorie oder Bildungspolitik. Jeden Montag ist Lehrerinnenkonfernz, die der schulprogrammatischen Arbeit, der eigenen Forschungs-und Reflektionsarbeit undder Weiterentwicklung des Selbstverständnisses als Bildungsschule für uns selbst, die Lehramtsanwärterinnen und Studentinnen dient. Einmal im Monat findet diese als kollegiale Fallberatung oder selbst organisierte pädagogische Supervision statt, die wir „Kinderkonferenz“ nennen. In unregelmäßigen Abständen gibt es Besprechungen aller im Ganztag arbeitenden Menschen, der Assistenten oder der bei uns arbeitenden Studentinnen oder aller dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Lehrerinnen und Lehrern. Mit unseren Lehramtsanwärterinnen treffen wir uns zu regelmäßigen Sitzungen zu Reflexion ihrer Arbeit, ihres Lernen und Lehrens.

 

Kinder lernen selbst und bewusst

Die Kinder unserer Schule lernen ihr Lernen selbst zu organisieren und zu bestimmen. Sie müssen jeden Tag -ohne Lehrer gemachte Jahres-, Wochen-oder Tagespläne, ohne Arbeitsblätter, Schulbuchunterricht oder Lehrervorgaben -selbst in Kooperation ihrer Klassengemeinschaft entscheiden, an was, wie, mit wem und in welcher Zeit sie arbeiten und lernen. Sie lernen einen intrinsischen Leistungsbegriff zu entwickeln, der sie zu erfolgreichen selbst bewussten Lernern werden lässt.

 

Erfolgreiche Kinder

Zwischen 60 und 75% unserer Kinder verlassenuns mit einer Empfehlung für die Gesamtschule und das Gymnasium, kaum ein Kind muss mehr zur Hauptschule geschickt werden. Verschiedene Langzeituntersuchungen belegen auch den weiteren Erfolg „unserer Kinder“ in den folgenden Schuljahren. Lehrer und Eltern unserer Schule sind sich einig: Besser wäre eine Verlängerung der Grundschule als Gesamtschule, am Besten bis zur 12.Klasse.

 

Eine Schule für alle Kinder

Wir sind dabei in der sozialen Zusammensetzung keinesfalls privilegiert. Wir beherbergen sowohl Kinder bildungsbewusster Mittelschichtseltern, als auch Kinder aus Sintifamilien oder anderen Familien, in denen zuhause mehr als eine Sprache und gesprochen wird und das Geld verdammt knapp ist. Unsere Erfahrung seit 1995 zeigt, dass alle Kinder, egal aus welcher Schicht, egal welcher Begabung offen, demokratisch und selbstständig lernen können.

 

Wir sind eine Schule der Inklusion

Wir sind eine Schule, in der orientiert am Index für Inklusion, das Miteinander aller Menschen gelebt wird. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit auch einen einzigartigen Weg der Formung seiner Lernerindividualtät gehen muss. Wir arbeiten mit dem BlickMobil zur Behebung von visuellen und auditiven Problemen in täglichen Kursen mit neun unserer Kinder. Eine Schulbegleiterin kümmert sich um ein autistisches Kind, ansonsten gibt es keine hervorgehobenen Förderkurse, sondern jedes Kind unserer Schule hat sein eigenes Lernprogramm und greift auf die Hilfe andere Kinder oder von erwachsenen Experten zurück, wenn dies dem Kind erforderlich erscheint. Das geringereProblem scheint uns die Aufnahme von Menschen mit körperlichen oder geistigen Problemen in der Schule zu sein. Hier muss und wird die Gesellschaft wie in...

 

 

leider bricht der Artikel hier ab, die Homepage der Grundschule Harmonie 2017 ohne Ankündigung getilgt wurde...